Was lange währt....wird noch lang nicht gut! Oder: Das platteste Brot der Welt

Ja, ich backe echt gerne. Und ja, ich kann das eigentlich. Und ein drittes Ja: Ich habe viele, viele Koch- und Backbücher... 

Deshalb dachte ich neulich, ok, ich hab Urlaub, ich hab Zeit, nun gehe ich mal ein Langzeitprojekt an: Sauerteig homemade! Man sagt, das sei für Experten, aber hey, ich bin´s! Die Backkönigin!

Es folgten vier Tage ziemlicher Langeweile, und der Sauerteig ist gelungen. Zumindest sah er genauso aus, wie er sollte.

Ich fühlte mich als Heldin! Um ehrlich zu sein, der tägliche Arbeitsaufwand war minimal, aber trotzdem: An dieser Stelle wäre Applaus angebracht gewesen!

Die Anleitung dazu findet man in der Rubrik Backen, und ich würde nach wie vor behaupten: Ja, so muß das! 

Leider hab ich dann beschlossen, Brote zu backen. Schwerer Ausnahmefehler!

Weil ich ja eine Heldin bin, hab ich extra naturbelassenes Biomehl aus der Mühle geholt, dann den Sauerteigansatz angefüttert, nachher Teig hergestellt. Alles ganz langsam und natürlich. So, wie man es tun soll. Langsam backt ja bekanntlich besser....

Langer Rede, kurzer Sinn: Nach fünfeinhalb Tagen Aufwand stand ich mit stolzgeschwellter Brust vor dem Backofen, in dem meine beiden superduper Roggenbrote lagen.

Weil ich ja wie gesagt die Königin bin, hatte ich auch keinerlei Zweifel, dass sich da die weltbesten Brote im Werden befanden.  Und hab tierisch damit angegeben.  

Das würde der Blogeintrag sondergleichen werden! Ich hatte alles schon genau vor Augen: Bildaufbau, die begeisterten Zuschriften, Geschmack, Krümel, Belag, alles...glückliche Gesichter allenthalben und Lobpreis zu Hauf!

 

Eine Stunde später: Die Brote sahen aus, wie Flundern. Sie fühlten sich auch so an. Irgendwie fischig! Und das tollste, und vielleicht auch eine Kunst: Sie hatten die Konsistenz von Knetgummi.

Mein Mann fragte, wo das Bild ist.

Es gibt keins.

So!

 

Es gab dann Aufbackbrötchen vom Discounter.

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