Schweizer Ankezüpfe- Butterzopf XXL

Wenn man etwas sucht, das alle Kantone vereint, dann ist das unter anderem wohl der Ankezüpf, der schweizweit zum Frühstück gehört. 

Nun wohnt mein Schweizer schon viele Jahre in Schwabilon, und so, wie ich Schwäbin in regelmäßigen Abständen Laugenbrezeln brauche, braucht er zu seinem Wohlbefinden von Zeit zu Zeit einen Butterzopf. Wie gut, dass er eine hauseigene Erna (mich)  hat, die ihm das kulinarische Heimweh ab und zu nimmt, indem sie sich in die Küche stellt. Und der Zopf soll dann möglichst morgen früh frisch sein....also: Eeeeeerna!

 

Zutaten:

1kg Mehl Typ 550

500ml Milch

40g Frischhefe

160g weiche Butter

2 TL Salz

2 TL Zucker

2 Eier

Mehl für die Arbeitsfläche

und 1 Ei mit etwas Milch zum Bestreichen

 

Weil der Zopf ja am Vormittag Ehre machen, also möglichst frisch sein soll, ich aber bei aller Liebe nicht zwischen Tag und Tunkel dafür aufstehen möchte, bereite ich den Hefeteig schon heute Abend vor, und lasse ihn zum Gehen über Nacht im Kühlschrank ruhen.

Dazu die Milch mit dem Zucker und der Butter etwas erwärmen, den Hefewüfel darin auflösen und kurz stehen lassen. Salz und Eier zum Mehl geben, die angegangene Hefemilch dazu geben und alles zu einem geschmeidigen Teig kneten.

Ich überlasse das der Küchenmaschine, und gucke so lang 10 Minuten EM. Deutschland spielt im Halbfinale. Meine Art des nicht ganz so öffentlichen public viewing.

Dann darf der Teig in eine deutlich größere Schüssel umziehen. Er sollte großzügig Platz haben, sofern man keine Lust hat, ihm morgen früh bei seinem Morgenspaziergang im Kühlschrank zu begegnen. Der nächtliche Aufenthalt im Kühlen verzögert zwar den Gärvorgang, aber über Nacht wird trotzdem eine ordentlich große Teigmenge daraus. Die Schüssel mit Frischhaltefolie abdecken, zum einen, um eben den Freiheitsdrang zur Not einzudämmen, und natürlich auch, damit der Teigling keine Fremdaromen annimmt. Nicht, dass es in meinem Kühlschrank müffeln würde, aber was ein rechter Exilschweizer ist, hat natürlich den ein oder anderen Käse in der Kühlung.

So. Teig weg gepackt, jetzt gucke ich weiter Fußball.

 

Buäh, Morgengrauen. Was tut man nicht alles für den Gatten. Das EM-Halbfinale hätte ich mir auch sparen können, aber immerhin:

Der Teig ist schön aufgegangen.

Jetzt wird er halbiert, und mit zwei Strängen geflochten.

Ich gebe zu, das ist schon immer mein handycap. Ich habe mit drei Strängen Flechten gelernt, die Schweizer Art, den Zopf zu winden, sieht super aus, aber ich breche mir dabei fast die Arme. Glücklicherweise gibt Swissmilk da eine wundervolle Anleitung bei youtube.

 

Ok.Geschafft. Nun darf der Zopf mit einem Tuch bedeckt ein halbes Stündchen ruhen. Der Backofen wird auf 200° Ober-/Unterhitze vorgeheizt und ich mache es dem Teig nach, und leg mich nochmal hin.

Auf dem Weg zum Monsterzopf: Die halbe Stunde hat den Teigling nochmal vergrößert. Jetzt ein Ei mit etwas Milch verrühren, den Zopf damit bestreichen, und ab in den Backofen damit! Zwischen 35 und 40 Minuten braucht er, bis er goldgelb ist.

 

Fertig!

Wehe, ich bekomme dafür kein Lob!

 

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