Brombeer-Chutney auf Ziegenkäse und Walnussbrot

Der Sommer ist da, und mit ihm der unglaubliche Drang, mindestens einmal pro Woche über unseren Markt zu schlendern, und zu zaubern: Ich kann langweilige Euro innerhalb kürzester Zeit in einen Korb mit saftigem, glänzenden Obst und tollen Leckereinen verwandeln! Hex, hex!

Nein, im Ernst: Unser Markt in Kirchheim unter Teck ist wunderschön und wird mir noch einmal zum Verhängnis werden. Er findet dreimal die Woche statt, und zieht mich magisch an.

Und wie durch ein Wunder hüpfen mir immer irgendwelche Früchtchen in den Einkaufskorb.

Momentan ist Beerenzeit und die kleinen Dinger sind super anhänglich. Ich kann nichts dafür, die drängen sich mir immer auf! Ehrlich!


Trifft es sich da nicht hervorragend, dass Ina von Ina Is(s)t zu einem Blogwettbewerb zum Thema Beeren eingeladen hat? Ich finde die Idee super, und mache da doch gleich mal mit!

Guckt mal, hier sind schon eine Menge toller Ideen zusammen gekommen:

Nun bin ich ja eher so die Frau fürs Herzhafte. Naja, tendenziell.

Und auf Küchenexperimente stehe ich ja bekanntlich auch.

Deshalb dachte ich, die Kuchen und Desserts überlasse ich den anderen, ich gucke mal, was man aus den süßen Beerchen noch so alles basteln kann. Ich habe mich für Brombeeren entschieden.

Nach einigem trial and error ist ein Brombeerchutney entstanden. Und weil sich so ein Chutney allein einsam fühlt, darf es es sich auf herrlich frischem Ziegenkäse, z.B. Blumenziege vom Hepperle Hof in Kirchheim - auch auf unserem Wochenmarkt vertreten - bequem machen. Drunter noch ein anständiges Walnußbrot (Rezept weiter unten), und Simone is(s)t glücklich! Verzeihung Ina, hier hab ich bei dir geklaut!

 


Zutaten fürs Chutney:

300g Brombeeren

3 kleine rote Zwiebeln

1 Knoblauchzehe

60g brauner Zucker

1 rote Chili

40g Olivenöl

200g Rotwein

100g Himbeeressig

1 Lorbeerblatt

Salz, Pfeffer,

Zimt und Koriander, jeweils gemahlen

Schale von einer Limette

 

Ich habe die Zwiebeln in dünne Ringe geschnitten, den Knoblauch sehr fein gehackt und die Chilischote entkernt und fein geschnitten. Handschuhe sind dabei nicht die dümmste Idee, sonst hat man eventuell sehr viel später nochmal Spaß an der Chili.

Alle drei Zutaten werden dann im Öl glasig gebraten und Zucker darüber gestreut. Der darf nun kurz karamellisieren. 

Nun kommt etwa die Hälfte der Beeren dazu, ausserdem Wein und Essig und das Lorbeerblatt. Alles auf mittlerer Hitze ca. 20 Minuten vor sich hin blubbern lassen, bis es sirupartig wird.
Das scheint erst ewig flüssig zu sein, aber zum Schluß hin geht das überraschend schnell, deshalb immer mit dem Kochlöffel bereit stehen, und nichts anbrennen lassen!

Nun fischt man das Lorbeerblatt heraus und gibt einen ordentlichen Stäuber Zimt und etwa eine Messerspitze Koriander dazu, ausserdem Salz und Pfeffer, und macht den ersten Geschmackstest. Ich neige ein wenig zum Überwürzen, und habe es mir deshalb angewöhnt, erstmal vorsichtig zu würzen, und dann zu steigern. Das Chutney wird beim Abkühlen noch deutlich intensiver im Geschmack.

Nun noch die restlichen Brombeeren dazu geben, und noch einmal ein paar Minuten weiter köcheln lassen. Die Brombeeren sollen dabei nicht zerfallen! Ganz zum Schluß gibt der Abrieb einer Limette dem Ganzen noch einen kleinen, frischen Kick. Ist die Farbe nicht toll?

Fertig! Entweder in vorbereitete Gläser abfüllen, oder abkühlen lassen, und gleich exzessiv auf alles drauf tröpfeln, was beerig verfeinert werden will!

 

Memo am Rande: Es schmeckt sowohl auf Käse, als auch auf Fleisch, aber das Bild von Chutney auf Roastbeef konnte ich hier beim besten Willen nicht einstellen, weil es zu sehr nach CSI aussah: Triefend, klumpig dunkelrote Beerensauce auf blutigem Fleisch. Ihr könnt es Euch vielleicht vorstellen...


 

Hier noch die Unterlage für mein Ziegenkäse-Brombeerchutney: Walnussbaguette, etwas kürzer gehalten, denn die Hauptrolle soll hier und heute ja das Beerenthema spielen.

Trotzdem, gut Brot will Weile haben, also hier das Rezept dazu: 

Zutatenfür drei kleine Baguettes:

350g Weizenmehl Type 550 + etwas Mehl zum Ausarbeiten des Teigs

100g Roggenmehl Type 1370

10g frische Hefe

350ml Wasser

30g Zuckkerrübensirup (gibt`s mittlerweile auch im Supermarkt, sonst im Reformhaus)

12g Salz

150 g Walnüsse

 

Hefe in Wasser auflösen und alle Zutaten, ausser den Nüssen, kurz in der Küchenmaschine verrühren. Dann erst die Nüsse zugeben. Wenn man sie gleich dazu gibt, verklumpen sie mit dem Mehl. Nun noch einmal 3 Minuten auf langsamer Stufe rühren lassen, die Teigschüssel dann mit einem Tuch bedecken und erst einmal für eineinhalb bis zwei Stunden vergessen. 

Die Arbeitsfläche gut bemehlen, den Teig mit einem Schlesinger oder gut bemehlten Händen mehrmals zu einem kompakten Paket falten, wieder mit einem Tuch bedecken und nochmal ein Stündchen gehen lassen.

Etwa nach 30 Minuten den Backofen auf 275°C vorheizen. Eigentlich bin ich ja ein Fan von Umluft, aber hier funktioniert Ober-/Unterhitze besser.

Den Teig in Drittel teilen, jedes Teigstück etwas in die Länge ziehen und spiralförmig zweimal drehen. Alle drei sollten eigentlich nebeneinander auf ein mit Backpapier belegtes Blech passen.

Nun 25 Minuten knusprig backen.

Auf einem Gitter abkühlen lassen und üppig mit Frischkäse und Chutney bestrichen genießen!

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Kommentare: 2
  • #1

    Ina (Dienstag, 12 Juli 2016 22:11)

    Käse und Beeren! Was für eine tolle Idee! Ich mache mich gleich auf den Weg zu dir :) oder zur nächsten Brombeerhecke. Das probier ich aus!
    LG

  • #2

    Simone (Mittwoch, 13 Juli 2016 13:19)

    Hallo Ina, wann kommst du? :)
    Nö im Ernst, vielen Dank für deinen netten Kommentar!
    Liebe Grüsse
    Simone