Schwäbische Laugenweckle

Wenn ich mir vorstelle, dass es arme Menschen gibt, die ohne Laugengebäck durchs Leben gehen müssen, überkommt mich unsagbares Mitleid.

Mit anderen Worten: Ich liebe Brezeln und Laugenweckle, bin damit aufgefwachsen und kann mir kaum vorstellen, ohne auszukommen.

Allein der Gedanke an ofenwarme Brezeln mit Butter läßt mich leise seufzen.....

Ok, man kann es auch übertreiben. Fakt ist aber: Wir Schwaben lieben Laugenweckle. Schwabilon ist Laugenwecklewunderland, und man findet wohl keinen Bäcker, der die Weckle oder Brezeln nicht den ganzen Tag lang vorrätig hat.

Kleinkinder bekommen hier eine Brezel in die Hand, um das Zahnen zu erleichtern, Butterbrezel ist DER Pausensnack und ja, jeder Schulbäcker verkauft Datsch, ein mit einem Schokokuss belegtes Laugenbrötchen.

Ich kenne Mütter, die seit Jahrzehnten Brezel-Carepakete an ihre Kinder in alle Welt schicken, um deren Laugensehnsucht ein wenig zu stillen.

Schweigt still, Ihr armen laugenlosen Massen, zimtkringel hilf Euch! Zu Brezeln fehlt mir oft die Geduld, aber Laugenweckle sind weniger filigran und somit was für mich. Hier kommt also das Rezept für selbst gebackene, selbst gelaugte Brötchen:

Zutaten:

680g Weizenmehl Typ 550

30g Frischhefe

350 - 400ml lauwarmes Wasser

2 TL Salz

1/2 TL Zucker

grobes Salz

 

für die Lauge:

3 gehäufte EL Hauhaltsnatron (hier in Schwaben im Backregal im Supermarkt, sonst in der Apotheke oder online für wenig Geld zu bekommen)

1 - 1,5l Wasser

 

Hefe in etwa der Hälfte des lauwarmen Wassers auflösen, Zucker zugeben und kurz stehen lassen.

Mehl und 2 TL Salz in einer großen Schüssel mischen, Hefegemisch dazu geben und den Teig in der Maschine (oder von Hand, das gibt Muskeln!) kneten. Dabei so viel vom restlichen Wasser zugeben, dass sich ein glatter, geschmeidiger Teig ergibt.

Schüssel mit einem feuchten Tuch bedecken und an einer warmen Stelle ca. 60 Minuten gehen lassen.

Teig in gleiche, ca. 75 - 80g schwere Portionen teilen. Diese wirken und schleifen. Soll heißen, jedes Teigbällchen rundum von den Rändern her nach innen falten, dann mit der Schlußstelle nach unten auf die möglichst nicht bemehlte Arbeitsfläche legen und mit flacher Hand kreisförmig zu Kugeln rollen. 

Noch einmal mit einem Tuch bedeckt 30 Minuten gehen lassen

Natron in einem hohen Topf im Wasser auflösen. Vorsicht, das schäumt eventuell! Langsam zum Kochen bringen und nun die Brötchen nacheinander jeweils eine Minute in den sprudelnden Sud tauchen. Dabei einmal wenden. Mit einem Schaumlöffel heraus heben, kurz abtropfen und mit genügend Abstand auf mit Backpapier ausgelegte Backbleche legen.

Mit einem scharfen Messer, oder der Küchenschere kreuzförmig einscheiden, mit grobem Salz bestreuen und bei 190° Umluft ca. 15 bis 20 Minuten backen.

Und jetzt: Mit Butter genießen! Oder mit Leberwurst und Gürkchen! Oder mit Schokokuss! Leberkäs und Senf! Butter und Breschdlingsgsälz (Schlagt das Wort nach, Ihr Nicht-Schwaben!).

Und manchmal darfs auch ein wenig üppiger sein, wie man auf dem Bild vom Sommer sieht.

 

Freude herrscht!

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