Bauernbratwurst aus dem Glas

Vielleicht habt Ihr es schon bemerkt, ich habe eine kleine Schwäche für Küchenmaschinen.

Gestern lief mir ein Fleischwolf nach. Der wollte so gerne bei mir wohnen. Also habe ich ihn eben in mein Waisenhaus der Küchengerätschaften einziehen lassen. Ihr seht, ich bin ein herzensguter Mensch. Oder so.

Ok....

Und jetzt wird gewurstet! Ha!

Eingeweiht wurde das Maschinchen mit Rindertatar und jetzt habe ich zum ersten Mal überhaupt Bauernbratwurst eingeweckt und bin richtig stolz darauf.

Zutaten:

1 kg Schweinefleisch geschnitten aus 2 Schweinehaxen mit Fett und Schwarte und 1 mageren Schweinenacken

22g Salz

8g Pfeffer gemahlen

2g Piment gemahlen

12g Majoran getrocknet

3g Knoblauch granuliert

Wasser

Hätte ich gewußt, wie einfach es mit dem nötigen Werkzeug ist, Wurst herzustellen, hätte ich das längst versucht! Die eigentliche Arbeit besteht hauptsächlich darin, Fleisch und vor allem auch Schwarte und Fett in ca. 3cm große Würfel zu schneiden, ohne sich dabei zu verletzen. Mit einem richtig scharfen Messer und etwas Umsicht ist das aber leicht zu bewerkstelligen. Vorsicht, dem Fleischwolf zuliebe sollten alle Knorpel und vor allem Knochenstücke dabei entfern werden! Dann werden die Fleischstücke mit den Gewürzen gründlich vermischt und durch den Fleischwolf gejagt.

Wer mag, kann das Brät auch zweimal wolfen, aber hier habe ich es bei einem Mal belassen und dann alles noch einmal von Hand durchgemischt.

 

Nun kommen meine Weckgläser zum Einsatz. Sie werden mit dem Brät befüllt, wobei zum Rand noch Platz gelassen werden muß, da sich die Wurstmasse beim Kochen ausdehnt. Ich habe etwas zu viel frei gelassen, zwei Zentimeter hätten wohl gereicht, aber Versuch macht bekanntlich kluch!

Weil wir den Glibber, sprich die Sülze an der Wurst, alle mögen, habe ich in jedes Glas einen kleinen Schluck Wasser gefüllt, ehe ich die Gläser mit Weckgummi und Klammern sorgfältig verschlossen habe. Ab damit in eine hitzebeständige Form oder ein tiefes Blech, das ich dann bis zum Rand mit kochendem Wasser gefüllt habe. Das Blech darf dann bei 120° Umluft in den vorher vorgeheizten Backofen. Ab dem Moment, wo das Wasser im Blech sichtbar zu kochen beginnt, läuft die Uhr: Nach 120 Minuten dürfen die Gläser aus dem Backofen. Vielleicht muß man zwischendurch nochmal heißes Wasser nachfüllen. Die Gläser sollten immer im Wasser stehen.

Sodele! Vorsicht beim Entnehmen aus dem Backofen! Sowohl Gläser als auch Wasserbad sind natürlich heiß.

Die Gläser sollten nun auf einem Gitter komplett abkühlen, dann wird auch das enthaltene Schmalz und die Sülze fest.

 

Für meinen ersten Versuch finde ich die Wurst ganz gelungen.

Dazu gibt es heute frisch gebackenes Brot. Herrlich!

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Kommentare: 2
  • #1

    zorra vom kochtopf (Samstag, 06 Mai 2017 09:35)

    Muss ich auch ausprobieren. Eine Frage noch, wie bewahrst du die Wurst auf? Im Kühlschrank?

  • #2

    Simone (Samstag, 06 Mai 2017 10:46)

    Momentan stehen die Gläser im Kühlschrank, wobei meine Mutter meinte, früher hätte man die ewig im Keller gelagert. Allerdings hat meine Oma die früher auch im großen Einmachkessel sterilisiert und ich eben nur im Backofen....aber viel ist eh nicht mehr da! Als nächstes probiere ich wohl Leberwurst. Mich hat ein wenig der Wurstwahn gepackt!
    Liebe Grüße
    Simone