Hefezopf mit lievito madre und Orange

Mitten in einem schwäbischen Dorf zu wohnen hat Vor- und Nachteile.

Ein Vorteil ist, wir bekommen wohl alles mit, was im Dorfleben passiert. Der Nachteil: Alle anderen auch.

Immerhin brauche ich keinen Kalender. Ich weiß auch so schon, wann das Wochenende naht:

Freitagnacht beginnt der Dorfbäcker, das obligatorische schwäbische Wochenendfrühstück zu backen: Hefezopf. Und die ganze Strasse duftet danach! Heute Nacht, als mir mal wieder vom Duft das Wasser im Mund zusammen lief, habe ich beschlossen, dass es heute eine Variation davon geben wird: Orangenzopf mit lievito madre. 

Falls Euch im Hintergrund meiner Backbilder immer mal wieder dieses Töpfchen auffällt, darin wohnt meine lievito madre seit einigen Wochen.

Ich bin übrigens begeistert von den Resultaten. Ich nutze deutlich weniger Hefe, die Garzeiten verkürzen sich und vor allem, das Gebäck wird fluffig, saftig und hat eine ganz gleichmäßige Porung.

 

Alles fein, mal davon abgesehen, dass ich mich manchmal leicht bedroht fühle. Ich habe den Eindruck, die lievito madre unternimmt Ausbruchsversuche, so wie die wächst! Die plant doch was! Ich würde mich nicht wundern, wenn ich eines Tages in den Kühlschrank gucke, und sie sitzt im Aufschnitt und frißt den guten Schinken. Ich bin fast sicher, ich habe es vorhin aus dem Kühlschrank heraus kichern gehört...

Zutaten:

500g Weizenmehl Type 405

70g Zucker

250ml lauwarme Milch

1 Ei

1 knapper TL Salz

10g Frischhefe

100g lievito madre (geht auch ohne, dann mit 20g Hefe)

80g weiche Butter

1 Glas Orangenfruchtaufstrich (natürlich gehen alle Konfituren und es geht auch ohne, aber das Glas hüpfte mir beim Einkauf gestern in den Korb)

plus noch ein Ei, 2 EL Milch, Salz und Zucker für den Glanz

Mehl mit Salz, Butter, dem Ei und der lievito madre in eine Rührschüssel geben. Dann die Milch mit Zucker und der Frischhefe rühren, bis sich die Hefe aufgelöst hat. Nun Mehl- und Milchmischung zusammen in der Küchenmaschine ca. 5 Minuten kneten lassen, bis sich der relativ weiche Teig vom Schüsselrand löst. Schüssel mit einem feuchten Tuch bedecken und den Teig ein Stündchen an einem warmen Ort stehen lassen.

Den nun hoffentlich fluffigen Teig auf bemehlter Fläche noch einmal kurz von Hand kneten und zu einem großen Rechteck auswellen. Die Füllung aufstreichen und die Teigplatte von der Längsseite her aufrollen.

Nun die so entstandene Teigrolle auf ein mit Backpapier belegtes Blech hieven und am besten den Backofen schon auf 160° Umluft vorheizen.

Jetzt nehmt Ihr eine Schere (ja doch, das ist mein Ernst!) und schneidet die Teigrolle jeweils der Länge nach bis zur Mitte durch, laßt aber in der Mitte ca. einen Fingerbreit ungeschnitten. Dreht das Blech, und schneidet die Rolle von der anderen Seite her genauso ein. Dann dreht ihr die beiden so enstandenen Stränge umeinander. Die Schittflächen dürfen dabei gerne auch nach aussen zeigen und die Enden schiebt Ihr unter den Teig. Deckt den so entstandenen Zopf noch einmal mit einem Tuch zu und laßt ihn ca. 20 Minuten ruhen.

In der Zwischenzeit könnt Ihr aus dem Ei, 2 EL Milch und je einer Prise Salz und Zucker die Eiermilch für den Glanz verquirlen.

Diese nach der Ruhezeit mit einem Backpinsel auftragen.

 

Den Zopf nun 30  Minuten goldbraun backen.

Habt ein schönes Wochenende, Ihr Lieben!

Mit dem fluffigen Zopf auf dem Frühstückstisch kann ja eigentlich nichts mehr schief gehen.

Kleiner Nachtrag: Mit der bekannten Nussnougatcreme der Hammer!

Ich verlinke mal wieder zum #sonntagsglück der formidablen Katrin von soulsistermeetsfriends.

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Kommentare: 3
  • #1

    liebe design (Sonntag, 25 Juni 2017 19:46)

    Sieht sehr gut aus!
    ... und war bestimmt lecker...
    ;-)
    Ahoi,
    Sara

  • #2

    Mondarah (Samstag, 01 Juli 2017)

    Sieht das lecker aus. Werde ich auf jeden Fall ausprobieren.
    Herzliche Grüße
    Christel

  • #3

    Simone (Sonntag, 02 Juli 2017 21:04)

    Das freut mich! Er war auch echt fruchtig und erschien mir irgendwie bei den sommerlichen Temperaturen passender, als z.B. Schoko oder Nuss.
    Liebe Grüße
    Simone