Bei mir findet man extrem selten Vorstellungen von Produkten, Waren, Lebensmitteln oder gar Restaurants.
Das ein oder andere Kochbuch taucht mal auf, aber auch das nur noch sehr selten.
Entweder fehlt mir die Neigung zum Bildungsauftrag oder es liegt einfach daran, dass ich so selten etwas für mich Neues entdecke, das ich noch dazu unter die Menschheit bringen will.
Oder ich bin einfach faul.
Das könnte natürlich auch sein.
Deshalb, Surprise, Tusch und Applaus!
Ja, ich hab tatsächlich etwas für mich noch Neues probiert!
In meine letzten CrowdFarming-Kiste habe ich mir Cherimoya gewünscht und auch bekommen.
Kannte ich nämlich nicht. Hab ich glaube ich noch nie gegessen und ausserdem hat mich die Beschreibung schon ziemlich neugierig gemacht. Da stand nämlich "Das Aroma erinnert an eine Mischung aus Ananas, Banane, Erdbeere und Sahne mit einem leichten Anflug von Zimt" aber auch "Die Samen werden als Insektizid und bei parasitären Hautkrankheiten sowie als starkes Brech- und Abführmittel genutzt." Aha. Soso.
Also, ich bin jetzt nicht so alt, dass ich mich an die Einfährung von Kartoffeln im späten 16. Jahrhundert in Deutschland erinnern könnte. Knapp, aber nicht ganz... Ich weiß aber tatsächlich noch, dass ich etwa zwölf Jahre alt war, als die ersten Kiwis bei uns vermehrt in die Läden kamen.
Tatsächlich habe ich zu meinem 13ten Geburtstag von einer meiner Tanten ein Geschenkkörbchen mit einer Sarah Kay-Tasse (wer kennt sie noch?), Schokolade, Obst und tatsächlich meiner ersten Kiwi bekommen. Und ich war so stolz und fühlte mich ziemlich erwachsen.
Während Orangen, Mandarinen und Bananen bei uns daheim eigentlich solange ich denken kann im Obstkorb lagen, kamen erst Mitte/Ende der 80er vermehrt andere exotische Früchte in die süddeutschen Läden. Etwas später habe auch ich die Hollywood Star Diät versucht und meine ersten Papaya kennen und hassen gelernt.
Mit Papaya kann man mich übrigens bis heute einmal um den halben Erdball jagen. Allein der Geruch läßt mich die Flucht antreten. Zumindest bei reifen Früchten. Die grüne Papaya, die in manchen asiatischen Salaten landet, ertrage ich gerade mal so. Mango habe ich erst in fortgeschrittenem Alter zu schätzen gelernt und mit Ananas kann man mich sprichwörtlich töten. Über die Jahre kam mehr und mehr exotisch Fruchtiges auf unseren Speiseplan. Deshalb freue ich mich besonders, mal etwas ausprobieren zu können, das ich never ever versucht habe. Und hier schließt sich der Kreis wieder: Nochmal Trommelwirbel! Cherimoya - manchmal auch Zimtapfel oder Rahmapfel genannt.
Cherimoya (Annona cherimola) stammt ursprünglich aus Südamerika, ist mittlerweile aber auch in südeuropäischen Anbaugebieten angekommen. Meine CrowdFarming-Kiste stammt diesmal zum Beispiel von der Unión de Fincas in Museros in Spanien.
Die meist fast herzförmige Frucht wird hauptsächlich roh und pur gegessen, landet aber auch in Obstsalaten, Saft oder Eis.
Man halbiert sie einfach und löffelt sie aus.
Ohne die Kerne, denn die sind giftig.
Ich dachte, ich erwähne es nochmal...
Spannend ist, dass sie als extrem gesunde und nährstoffreiche Frucht gilt, die oft zu den Top-10-Superfoods (wer genau bestimmt denn sowas?) gezählt wird.
Sie liefert besonders viel Vitamin C und B6, Kalium und Magnesium.
Reif ist die Cherimoya, wenn die Haut leicht auf Druck nachgibt. Ich schätze, ich habe meine ein wenig zu lange nachreifen lassen, nachdem sie bei der Lieferung noch etwas fest waren.
Tja, und ich zeige Euch heute kein Rezept, sondern löffle sie einfach aus. So.
Fertig Erklärbär-Modus!
Ach, eins noch: Der Geschmack erinnert mich tatsächlich an eine äusserst süße Birne mit noch was, das ich noch nicht richtig einordnen kann. Jedenfalls wirklich lecker. Wegen der Kerne und dem Respekt, den ich vor den Dingern habe, ist das Essen aber auch ein wenig umständlich. Ich habe mich quasi im die Kerne herum gelöffelt und die Früchte bestehen gefühlt zur Hälfte aus Kernen. Sagen wir also fürs Erste, ich bin bislang eher milde begeistert. Und ich überlege mir gerade, wie ich meine nächste Chermimoya-Lieferung verarbeiten könnte. Eis? Die Idee gefällt mir... Nun, man wird sehen.

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Heike (Freitag, 06 Februar 2026 15:55)
Sehr interessanter Beitrag! Ich kenne die Cherimoya nicht und hätte auch allergrößten Respekt, wegen der giftigen Kerne. Da scheinen ja auch ganz schön viele drin zu sein, oder?
Liebe Grüße
Heike