Da sag noch einer, Foodieblättchen wären nicht lehrreich! Lesen bildet und in diesem Fall nährt es noch dazu.
Ok, ich gebe eine ganze Menge Geld für Kochbücher und -zeitschriften aus, aber hey, erstens ist das mein Beruf und zweitens... man gönnt sich ja sonst nichts, gell? Um die Papierflut in Grenzen zu halten, habe ich mittlerweile zumindest einige Zeitschriften aus dem Ausland digital abonniert, was mir wiederum viele, viele internationale Anregungen beschert.
Jedenfalls bin ich neulich in einer französichen Kochzeitschrift auf ein Rezept gestoßen, das dort unter Rillettes de thon lief.
Das hat mich neugierig gemacht, denn mit Rillettes verbinde ich den traditionellen französischen Brotaufstrich, für den meist Enten- oder Gänsefleisch sehr lange sanft im eigenen Fett gegart und dann fein gezupft wird.
Das landet dann oft mit weiteren erlesenen Zutaten gemischt in einer Art Schmalztopf, um dann als feine, leicht rustikale Vorspeise auf knusprigem Brot zu landen.
Während mein Englisch ziemlich flüssig ist, holpere ich mich schon seit Schulzeiten durch die französische Sprache. Es geht, aber es ist mühsam. Entsprechend musste ich das Rezept zweimal lesen,
ehe mir klar wurde, Rillettes de Thon ist ein stinknormaler Thunfischaufstrich aus Dosenfisch und damit genau das, was der männliche Part im Hause zimtkringel unheimlich gerne mag. Den löffelt er
ohne Problem auch ohne Brot ruckzuck weg.
Hier kommt nun also die französische Variante eines ganz einfachen Thunfischaufstrichs, die sich - einmal von mir sehr, sehr langsam übersetzt und dann an deutsche Zutaten angepaßt - ehrlich gesagt nicht sonderlich von der Version unterscheidet, die es bei uns seit Jahr und Tag eh schon gibt.
Für einen Thunfisch-verliebten Esser:
1 Dose Thunfisch in Öl
1 Sardellenfilet
2 EL Frischkäse
1 EL Mayonnaise
1 EL Naturjoghurt
1 TL Senf
Saft und Schale von 1/2 Limette
1 EL gehackte eingelegte Paprikaschote
1 Prise Zucker
Salz und Pfeffer
Die Zubereitung ist einfach:
- Thunfisch abtropfen und mit zwei Gabeln in einer Schüssel zerteilen
- Paprikaschote abtropfen und in nicht zu kleine Würfel schneiden
- das Sardellenfilet abtropfen und mit der Gabel zerdrücken, dann mit Frischkäse, Mayo, Joghurt und Senf zu einer Paste rühren
- mit Limettenschale, wenig Salz, Zucker und Pfeffer abschmecken
- Thunfisch mit dem Dressing gut mischen
- Paprika vorsichtig unterheben
- mit Limettensaft abschmecken und eine halbe Stunde im Kühlschrank durchziehen lassen
- noch einmal abschmecken und zu knusprigem Baguette (der zimtkringel-Gatte braucht kein Brot dazu) servieren
Falls Ihr Euch fragt, was das da im Hintergrund ist: Man könnte sagen, wir hatten einen Fischtag: Thunfischdingens für Thomas und für mich ein Schüsselchen Matjes-Kartoffelsalat mit Dill.
Ach ja, die Idee, die Rillettes in der Dose zu servieren stammt auch aus der Zeitschrift. Nach dem Foto ist mir aufgefallen, dass es optisch schon viel von den Döschen hat, die wir auf täglicher Basis für unsere Katzen öffnen.

Kommentar schreiben