Cool, wenn man so uncool ist, dass man ein Rezept in einem englischen Foodyblättchen findet, es nachkocht, für gut befindet und dann, bei der nachträglichen Recherche bemerkt, dass das Ganze vor zwei, drei Jahren wohl ein viraler Internethype war.
Ein Hype, den man als mittelalte, wenig an TikTok & Co. interessierte Frau mal wieder völlig und absolut verpasst hat.
Nun gibt es ja durchaus Gründe für solche gehypten Trends.
Ich sage jetzt nicht, dass alle dieser Gründe Sinn machen.
Der Großteil erschließt sich mir ehrlich so ganz und gar nicht. Bei der Marry Me Pasta mache ich allerdings eine Ausnahme. Die ist nämlich
wirklich tatsächlich eindeutig gut.
Die Zubereitung ist einfach, die Zutaten kosten nicht die Welt, es braucht kein übermäßiges Geschick, es geht schnell und nachher muss man auch nicht übermäßig viel Zeug spülen und weg räumen. Bingo! So einen Trend lobe ich mir.
Für zwei bis drei Hungrige:
400g Hähnchenbrust
400g Orecchiette oder andere kompakte Pasta
2 EL Öl, bei uns Raps
1 EL Butter
250ml Sahne
1 Handvoll getrocknete in Öl eingelegte Tomaten
Salz, Pfeffer und geräuchertes Paprikapulver
1 TL getrockneter Oregano
Saft und Schale von 1/2 Zitrone
frisches Basilikum
üppig geriebener Parmesan
- Hähnchenbrust in mundgerechte Stücke schneiden, dann mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver würzen
- Fleisch in einer tiefen Pfanne im Öl rundum anbraten, bis es gar und angebräunt ist - ich habe eine Pastapfanne, die ich auch zum Servieren nutze (ja, ja, ich spüle nicht so gerne)
- mittlerweile Zwiebel und Knoblauch schälen und fein würfeln
- Pasta in reichlich Salzwasser al dente kochen, beim Abgießen eine Kelle Pastawasser auffangen
- eingelegte Tomaten etwas abtropfen und in feine Streifen schneiden
- Hähnchen aus der Pfanne nehmen und beiseite stellen
- Butter in die Pfanne geben und darin die Zwiebeln zwei Minuten anbraten, dann den Knoblauch, die Tomatenstreifen und das Tomatenmark zufügen und weitere 2 Minuten anbraten
- mit Weißwein ablöschen, eventuell den Bratensatz damit loskochen und so lange simmern lassen, bis der Alkohol verflogen ist
- Hühnerbrühe und Sahne zufügen, kurz aufkochen lassen, dann die Temperatur etwas reduzieren und die Sauce ca. 5 Minuten sanft köcheln lassen
- Oregano und Zitronenschale zur Sauce hinzufügen
- nun den Parmesan und falls Ihr mehr Sauce mögt auch das übriggelassene Pastawasser einrühren
- mit Salz und Pfeffer abschmecken
- Pasta und Hähnchenfleisch untermischen und ein paar Minuten durchziehen bzw. wieder heiß werden lassen
- zum Servieren Basilikumblätter und etwas mehr Parmesan darüber geben
Ich mag die knuffigen Orecchiette, übersetzt Öhrchen, sehr gerne. Vor Jahren haben wir die handgemachte Version bei einem Besuch in Apulien das erste Mal probieren dürfen und schnell schätzen gelernt. Etwas später durfte ich zusehen, wie alte Damen diese kleinen Pastahütchen mit flinker Hand hergestellt haben. Klar, dass ich das dann auch versucht habe. Mit deutlich weniger flinker Hand, wie Ihr Euch wahrscheinlich denken könnt. Nun, die heutigen sind gekauft und getrocknet ....und ehrlich gesagt auch hübscher, als meine Versuche von damals. Neugierig? Hier findet Ihr meinen ersten Orecchiette-Versuch: Klickt hier!
Dem mir nicht angetrauten, dennoch seit 25 Jahren mitlebenden, mitessenen, mitschreibenden Herrn zimtkringel hat es geschmeckt, aber wider aller im Rezeptnamen angedeuteten Erwartungen hat es ihm keinen Heiratsantrag entlockt. Komisch eigentlich. Ich kann´s mir auch kaum erklären.

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