enthält Werbung* Ich weiß ja nun nicht, wie sehr Ihr Euch mit irgendwelchen Nahrungsmittel-Feiertagen beschäftigt.
Das verlangt auch kein Mensch. ...es sei denn, Ihr seid vielleicht Foodblogger. Dann rücken so weltbewegende Daten wie z.B. der Tag des Cheeseburgers oder womöglich der Tag der Piña Colada in den Fokus. Oder auch nicht...
Am 9. Mai ist auf jeden Fall der Tag des Dinkels und das ist nun tatsächlich für unsere Region einigermaßen spannend, sitzen wir doch als "Blog aus dem Herzen
des Schwabenlandes" praktisch im traditionellen Zentrum des Dinkelanbaus.
Bis vor dem ersten Weltkrieg war Dinkel in unseren Gefilden das meistangebaute Getreide und wird bis heute mitunter sogar Schwabenkorn genannt. Nicht zuletzt landet Dinkel in vielen traditionellen schwäbischen Brezel- und Seelenrezepten. Meine Stecken sind den schwäbischen Seelen nicht ganz unähnlich, sind aber länger und dünner und haben Kartoffeln im Teig.
Nun haben mich die netten Menschen der Schapfenmühle in Jungingen, einem Stadtteil von Ulm gefragt, ob mir zu diesem Tag nicht etwas einfallen würde. Wird es, schaut unbedingt am 9. Mai hier vorbei! Da kommt noch was.
Hier kommt aber schon vorab ein kleines dinkelhaltiges Rezept, denn logischerweise habe ich mich dann gleich mal umgeschaut, was es bei der Schapfenmühle so alles gibt. Zu meiner großen Freude habe ich Dinkel Ruchmehl im Sortiment entdeckt. Vor Urzeiten gab es hier mal einen Artikel zum Thema, denn Thomas als Schweizer ist mit Ruchbrot aufgewachsen und bis vor kurzem war es nicht wirklich leicht, hier in Schwabilon Ruchmehl zu bekommen. Was soll ich sagen, sie haben mir eine Tüte davon überlassen und heute backe ich daraus Stecken (schwäbisch für Stöcke.)
Falls Ihr Euch übrigens mal im Ulmer Raum aufhalten solltet, der Mühlenladen ist unbedingt zu empfehlen!
Als kleinen Vorgeschmack auf den Tag des Dinkels aber vor allem, weil`s mir gerade mal nach einem deftigen Vesper war, bastle ich heute würzige Brotstangen mit einer Mischung aus Dinkelruchmehl, hellem Weizenmehl und Kartoffeln.
für 6 Stecken:
350ml Wasser + etwas mehr zum Benetzen
10g Salz
15g Frischhefe
300g Dinkelruchmehl
200g Weizenmehl Type 550
130g gekochte Kartoffeln vom Vortag
als Topping:
grobes Salz
Kümmel
2 EL gehobelter Käse
Würzmischung nach Lust und Laune, hier eine Mischung aus Fleur de Sel, Tomaten- und Paprikaflocken, Zwiebel, Schwarzkümmel, Rauchsalz, Senfsaat und Bohnenkraut
- Backofen auf 180° Umluft vorheizen und zwei Bleche mit Backpapier bzw. Dauerbackfolie belegen
- Hefe im lauwarmen Wasser auflösen
- Kartoffeln schälen und auf der feinen Reibe reiben
- beide Mehlsorten und Salz mit dem Hefewasser zu einem glatten Teig kneten - Achtung: nur gerade so lange, bis alles untergearbeitet ist!
- Kartoffeln zufügen und ebenfalls kurz unterkneten
- Schüssel mit einem feuchten Tuch bedecken und Teig bei Zimmertemperatur zwei Stunden gehen lassen, dabei nach jeweils 45 Minuten mit nassen Händen falten
- Backpapier jeweils mit Wasser besprühen
- Arbeitsfläche ebenfalls nass machen, dann Teig darauf kippen
- Teig in sechs gleichgroße Portionen teilen
- Hände nass machen und nun jede Teigportion zu einem blechlangen Strang ziehen
- jeweils drei Stränge auf ein Blech platzieren
- jeden Strang anfeuchten
- mit dem Topping der Wahl bestreuen - wir haben je zwei mit Käse, mit Salz und Kümmel und mit der Würzmischung bestreut
- beide Bleche gleichzeitig in den Ofen schieben und ca. 20 bis 25 Minuten dunkel ausbacken
- nach Ende der Backzeit noch einmal mit Wasser einsprühen und für weitere zwei Minuten in den noch warmen Backofen schieben
- auf Gittern abkühlen lassen
Die Stecken schmecken am Backtag am besten. Wir haben sie noch warm mit Frischkäse bzw. salziger Butter gesnackt und abends gab es sie zur Kartoffel-Pastinaken-Suppe, deren Rezept Ihr natürlich demnächst auch hier nachlesen könnt.
Pünktlich zum Tag des Dinkels am 9. Mai kommt dann ein weiteres passendes Dinkelrezept. Schaut einfach rein!

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