Zu Hülf! Zu Hülf!
Ein rezepttechnischer Hilferuf schallt durch die Nacht!
Tadaaaaa! Frau zimtkringel to the rescue!
Ich werfe mein Superheldinnen-Foodblogger-Cape über und starte durch! Ziiiiiiiiinggggggg!
Ja. Nein. Also, mit viel gutem Willen könnte man es vielleicht so auslegen. Tatsächlich hat der Gatte mich einfach gefragt, ob ich denn ein bestimmtes Rezept auf dem Blog hätte, denn ein Freund hätte es furchtbar gerne.
Beide sind momentan ein wenig auf dem Gesundheitstrip, deshalb sollte es sich auch um ein Salatrezept handeln.
Extrem gesund. Hüstel. Wurstsalat.
Die Wikipedia sagt, Wurstsalat sei ein mit Essig, Öl und Zwiebeln sauer marinierter Salat aus Wurst, meist Brühwurst wie Lyoner. Ok. Ich sage, Salat ist hier Definitionssache, aber Wurstsalat ist einfach extrem lecker ... vorausgesetzt, man ist kein Vegetarier oder gar Veganer.
Dann ist Wurstsalat schlichtweg eine Frechheit.
Wir gehören aber zum Team Yummie! Wurstsalat! Und es ist höchste Zeit, dem hier mal eine Bühne zu geben.
Gefragt wurde ich eigentlich nach dem Rezept für Schweizer Wurstsalat. Der wird vermutlich nur in Deutschland so genannt, denn in der Schweiz kommt Cervelat hinein, aber das ist eine andere Geschichte. Jedenfalls kommt der Schweizer Wurstsalat mit Käse, vorzugsweise Emmentaler auf den Teller. Weil in zimtkringeltown aber seit gut 25 Jahren die Schweiz-Schwabo-Partnerschaft gepflegt wird, bekommt auch die schwäbische Variante mit Schwarzwurst (die der Gatte extrem pfui findet) einen Auftritt. Das Grundrezept bleibt gleich, Ihr mischt Euch Eure Variante einfach so, wie Ihr sie mögt. Nicht vergessen: Gut durchgezogen schmeckt der Salat, der von Zwiebeln und Gürkchen abgesehen ohne Gemüse auskommt, am Besten.
Meine Mutter würde an der Stelle wahrscheinlich milde lächeln und erklären, dass man für Wurstsalat doch kein Rezept braucht, sondern ihn einfach macht. Dennoch. Hier kommt es.
- Für drei Hungrige:
- 400g Lyoner, Schinkenwurst oder auch Leberkäse in Scheiben, wir wohnen glücklicherweise im Wurstsalatwunderland, wo einem der Metzger des Vertrauens die Wurst schon in Streifen schneidet
- 1 bis 2 rote Zwiebeln
- 2 bis 3 sauer eingelegte Gurken, ich mag gerne Cornichons, weil sie knackiger sind, weil sie kleiner sind brauche ich aber auch mehr davon
- etwas Grünes... hey, das Auge isst mit, ich nehme Schnittlauch, Petersilie geht aber auch
- für die Schweizer Variante:
- ca. 150g Emmentaler in Scheiben
für die Schwäbische Version:
ca. 50g möglichst feste Schwarzwurst
fürs Dressing:
3 EL Essig nach Eurem Geschmack, ich nehme hier hellen Weißweinessig
wichtig: 3 EL vom Gurkenwasser
1 EL Senf
4 EL mildes Öl, bei uns Raps
je ca. 1/2 TL Salz und Zucker
Pfeffer
und weil hier ein Schweizer wohnt, Aromat und Maggi (muss man nicht, das macht Ihr, wie Ihr mögt!)
ganz Verwegene geben eventuell auch noch Radieschenstreifen oder eingelegten Paprika dazu
Jetzt kommt die Stelle, an der meine Mama lachen würde.
- alle Zutaten fürs Dressing mit dem Schneebesen gut aufschlagen
- Zwiebel in dünne Ringe, Gurken in Scheibchen oder Stifte schneiden
- Käse und Wurst in Streifen schneiden
- Kräuter waschen, trocken schütteln und hacken
- alles mischen
- gekühlt durchziehen lassen
- nochmal abschmecken: Salzig genug? Sauer genug? Mehr Käse? Mehr Gurken?
- sich dran freuen!
Dazu schmeckt frisches Bauernbrot mit Butter oder auch eine Brezel. Oder Ihr macht es, wie Herr zimtkringel: Zur Not schmeckt Wurst auch ohne Brot.

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Eva (Freitag, 05 Juni 2026 01:27)
Liebe Frau Zimtkringel,
ausgerechnet zum Wurstsalat – bei uns in Oberbayern übrigens oft auch mit Regensburger(n) in dünnen Scheibchen – jetzt was ganz allgemeines: Ihr Blog ist wunderbar! Ich höre Ihnen so gern zu, wollte ich grad sagen, und meine: Ich lese Sie so gern, das schlägt mittlerweile alle anderen Foodblogs (vielleicht mit Ausnahme von Smitten Kitchen) um Längen. Vielleicht weil es klingt, als würden Sie's mir grad am Telefon oder bei einem Kaffee erzählen. Oder weil er einfach generell superschön geschrieben ist. Wie dem auch sei: Ganz vielen herzlichen Dank dafür! Ich weiß das sehr zu schätzen und freue mich über jeden neuen Post. Wollte ich nur mal sagen, nachdem ich nun schon eine ganze Weile schweigend mitlese. So, und jetzt schau ich, ob Sie ein Rezept für Marmorkuchen haben ...
Simone von zimtkringel (Freitag, 05 Juni 2026 20:41)
Liebe Eva, hach, was für ein schöner Kommentar! Ich freu mich gerade ohne Ende.
Vielen Dank und herzliche Grüße
Simone