Hoisin-Huhn nach Jamie O.

mit Hoisin Sauce aromatisiertes Brathähnchen

Ich mag Würzsaucen unheimlich gerne.

Wer hier ab und zu liest, dürfte da jetzt nicht sonderlich überrascht sein.

Entsprechend gibt es in meinen Saucenschrank natürlich auch eine feine Sammlung asiatischer Würzen und Tunken. Seit ich das erste Mal Pekingente probiert habe, hat es mir die Hoisinsauce angetan.

Hoisin is was? Na, das ist die Vereinfachung des kantonesischen Begriffes 海鮮 / 海鲜.

Is jetz klar, oder?

Wörtlich übersetzt heißt das laut Wikipedia Meeresfrüchte. Also, hab ich mir sagen lassen.

Zwei Punkte dazu: Mir kann man, was chinesische Schriftzeichen angeht, natürlich alles erzählen.

Und: Es sind keine Meeresfrüchte drin. Also, so gar nicht. Nur mal am Rande erwähnt.

Vielmehr handelt es sich um eine dickflüssige, dunkel glänzende Mischung aus fermentierten Sojabohnen, Zucker, Weizenmehl, Knoblauch, Essig, Chilis, Salz, Sesamöl und manchmal noch Fünf-Gewürze-Pulver.
Und das Zeug ist so gut!

Nun kam ja vor kurzem ein neues Kochbuch eines namhaften britischen Koches auf den Markt. Zu meiner großen Freude habe ich dort diese Variante eines Brathuhns entdeckt, das mit einer üppigen Portion Hoisin Sauce versehen wird. Und zwar, o Wunder, kommt die Würzsauce unter die Haut! Sieht man es hier? Das Dunkle da unter der Haut.

Also, das sieht man doch, oder? Nicht?

Jo, dann müsst Ihr es mir einfach glauben.

Dieses wundervolle Wiesenhähnchen vom Biohof hat nämlich schon vier EL Sauce intus!

 

Zutaten für ein Hähnchen und ca. 3 bis 4 Esser:

1 Bio-Hähnchen, ca. 1500g

8 EL Hoisinsauce

Salz, Pfeffer und 1 EL Öl

1 Bio-Limette (im Original eine Clementine)

1 frische rote Chilischote (im Original 4, aber wir sind schärfetechnische Weicheier)

1 Bund Frühlingszwiebeln

1 Salatgurke

1 Schale Kresse

1 Karotte

10 - 12 Yufka-Fladen für Dürum (im Original chinesische Pfannkuchen, aber die zuzubereiten war ich deutlich zu faul)

Klar, Pekingente ist nochmal was anderes.

Wer aber wie wir auf lustiges Do-it-yourself-Essen steht, der bastelt sicher auch gerne aus Huhn und den übrigen Zutaten kleine,  gefüllte Pfannkuchentaschen, die man locker aus der Hand essen kann.

Erstmal bereiten wir aber das Hähnchen zu:

  • Backofen auf 180° Umluft vorheizen
  • beim gesäuberten Huhn auf der Brustseite die Haut vorsichtig vom Bürzel Richtung Hals mit der Hand oder einem weichen Teigschaber vom Brustfilet abheben, die Haut dabei aber nicht verletzen!
  • nun in die so entstandene Tasche 4 EL von der Hoisinsauce füllen und gut verteilen
  • die Haut bei Bedarf mit Zahnstochern fest stecken
  • Hähnchen rundum salzen und pfeffern und mit dem Öl einreiben
  • von den gewaschenen Frühlingszwiebeln ca. 5cm vom Grün abschneiden und dieses zusammen mit einigen Stücken der Chilischote und der geviertelten Limette in den Bauch des Hähnchens schieben
  • Hähnchen mit der Brust nach oben in einen Bräter setzen und im Backofen 1 Stunde und 20 Minuten garen, bis es durchgegart und leicht braun ist - dabei nach jeweils 30 Minuten einmal auf die Brustseite und dann wieder zurück drehen
  • restliches Gemüse putzen und in dünne Stifte schneiden
  • die letzten 5 Minuten die Yufka-Brote mit in den Backofen legen und anwärmen
  • Huhn aus dem Ofen nehmen und kurz ruhen lassen
  • Bratfond mit den restlichen 4 EL Hoisinsauce glatt rühren
  • Huhn entweder ganz servieren - bei mir was das Huhn so zart, dass es sich quasi selbst zerlegt hat - oder eben Wings und Keulen abtrennen, die Brustfilets in Scheiben schneiden, das übrige Fleisch in Stücke zerteilen und im Brotfladen mit Gemüse und Sauce genießen!

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