Hutspot - Karottenstampf

Hutspot, der niederländische Beilagenklassiker aus gestampften Karotten und Kartoffeln

Heute nehme ich Euch mal kurz mit in die Niederlande.

Kulinarisch und rein virtuell, versteht sich. Und Ihr ahnt es wahrscheinlich schon, ich bin mal wieder mit der Kulinarischen Weltreise unterwegs.

 

Nach Japan im letzten Monat kehren wir also im Oktober wieder nach Europa zurück. Und, oh Wunder, in ein Land, das ich nun tatsächlich schon besucht habe.

 

Wenn ich allerdings ganz ehrlich bin, kann ich mich essenstechnisch in erster Linie an eine bombastische indonesische Reistafel erinnern, an Sandwiches von Subway, großartige Fritten, Stroopwafels und sauteure Cocktails am Leidseplein mitten in Amsterdam.

Knapp 30 Jahre ist das jetzt her, dass wir einen Mädelsausflug nach Amsterdam gemacht haben. Da waren wir noch jung und hatten andere Prioritäten. Wobei .... Essen war schon immer was Schönes und wenn ich es mir recht überlege, galt das auch damals schon für den ganzen Freundeskreis. Und gilt noch immer: Es ist noch keine Woche her, dass ich mit den beiden Mädels von damals gegessen habe. Auch cool, oder?

Jedenfalls wollte ich diesmal ein typisches Gericht aus dem Gastland zeigen und bin bei einem Eintopf gelandet.

Ehe ich Euch gleich in die unglaublich spannende Welt des Kartoffelstampfes mitnehme, könnt Ihr natürlich noch einen Blick auf dir Rezepte der Mitreisenden werfen. Wie immer gilt, im Laufe des Monats kommen noch mehr Rezepte dazu:

Ulrike von Küchenlatein mit Niederländisches Tigerbrot - Tijgerbrood Ulrike von Küchenlatein mit Holländische Apfel-Speck-Pfannkuchen Sonja von fluffig&hart mit Poffertjes Gabi von slowcooker.de mit Stamppot met Kibbeling Sylvia von Brotwein mit Matjes Brötchen Rezept Sylvia von Brotwein mit Bolletjes - Holländische Brötchen als witte und bruine bollen Susanne von magentratzerl mit Königinnensuppe | Koniginnesoep Michael von SalzigSüssLecker mit Gevulde Koeken Edyta von mein-dolcevita mit Rijstevlaai- Reiskuchen aus Holland Britta von Brittas Kochbuch mit Witlofstamppot met ham en kaas

Hutspot ist eine Variation des Stamppots, des traditionellen Eintopfgerichtes aus Kartoffeln und Gemüse, das in den Niederlanden und Flandern in unglaublich vielen verschiedenen Mischungen auf den Tisch kommt.

 

Hutspot aus Kartoffeln, Zwiebeln, Fleisch und Karotten wird auf die Befreiung der Stadt Leiden aus spanischer Belagerung im Jahr 1574 zurück geführt. Ein Waisenjunge, Cornelis Joppenszoon, fand im verlassenen Heerlager der Spanier einen Topf mit gekochtem Wurzelgemüse und brachte ihn der hungernden Leidener Bevölkerung.

 

Die Befreiung Leidens - übrigens die Geburtsstadt Rembrandts und älteste Universitätsstadt der Niederlande - wird seither jedes Jahr am 3. Oktober mit Leidens Ontzet gefeiert. Neben der kostenlosen Verteilung von Hering und Weißbrot und einem Gedenkgottesdienst in der Pieterskerk, finden Gemeinschaftssingen, Paraden und der größte niederländischen Karneval statt.

Am Vortag jedoch wird eine besondere Tradition zelebriert: Gemeinsames Hutspot-Essen!

Ich zeige hier eine ganz einfache Version ohne Fleisch, die wunderbar als Beilage taugt und meinem hauseigenen Kartoffelbrei-Fan Freude bereitet hat:

 

750g mehligkochende Kartoffeln
500g Karotten
2 mittlere Zwiebeln

1 EL Schmalz
1 Knoblauchzehe

1 Lorbeerblatt

1 Gemüsebrühwürfel
Salz, Pfeffer
30g Butter
etwas Petersilie oder Schnittlauch

 

Viel einfacher geht es fast nicht:

  • Gemüse waschen bzw. schälen
  • Kartoffeln, Zwiebeln und Karotten in gleichmäßige Stücke schneiden, Knoblauch fein würfeln
  • Zwiebeln und Knoblauch im Schmalz sanft anbraten
  • Kartoffeln und Karottenstücke dazu geben, alles mit Wasser bedecken und leicht salzen
  • Lorbeerblatt und Brühwürfel dazu geben
  • ca. 20 Minuten leicht köchelnd garen
  • gegartes Gemüse abgießen, dabei die Kochflüssigkeit auffangen
  • einige Karottenscheiben als Garnitur zurückbehalten
  • Lorbeerblatt heraus fischen
  • restliches Gemüse mit der Butter grob stampfen
  • sollte der Stampf zu trocken sein, mit etwas von der Kochflüssigkeit verdünnen
  • nachwürzen
  • mit gehackten Kräutern bestreut servieren

Ein echtes Wühlfühlessen der rustikalen Art!

Bei uns gab es Frikadellen und Salat dazu und was soll ich sagen, sogar der Kartoffelpüree-Purist war glücklich.

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Kommentare: 4
  • #1

    Carina (Freitag, 15 Oktober 2021)

    Oh süße Erinnerung! Die indonesische Reistafel war wirklich bombastisch. Und dann natürlich noch der Besuch im van Rijn Museum. Der unbekannte niederländische Maler. Hüstel. Räusper.

  • #2

    Britta (Samstag, 16 Oktober 2021 13:01)

    Jo, bei uns in Westfalen heißt das Möhren durcheinander und war meist ein Resteessen mit mehr Kartoffeln als Möhren vom Vortag. Das mochte ich nicht so gerne, aber seit ich die gleiche Menge Kartoffeln und Möhren mache, kommt es - gerade im Winter - öfter mal auf den Teller.

    Funfact am Rande: Leiden ist auch der Sitz von Eurotransplant, das Organspender und -empfänger in acht Mitgliedsländern koordiniert. Immer mein erster Gedanke, wenn ich Leiden höre. ;-)

    BTW: die Rijsttafel gab es immer, wenn ich als Kind mit Papa, deren Partnerin und ihrem Sohn in Heerlen war. Ich fand das immer bombastisch - all diese wunderbaren exostischen Geschmäcker!

    Liebe Grüße
    Britta

  • #3

    Petra aka Cascabel (Samstag, 16 Oktober 2021 18:06)

    Mit der niederländischen Küche kenne ich mich kaum aus, diese Stampf-Gerichte scheinen aber wirklich sehr typisch zu sein. Dein Hutspot passt jedenfalls perfekt in den Herbst!

  • #4

    Edyta (Freitag, 22 Oktober 2021 11:58)

    Hallo,
    ein Gemüse- Eintopf ist immer gut. Und dann noch ohne Fleisch, für mich einfach prima :)
    Liebe Grüße
    Edyta