weiche Martinsgänschen aus Quarkteig

Um diese Zeit im Jahr werde ich gerne ein wenig melancholisch.

In diesem Jahr ganz besonders.

Tatsächlich war es früher so, dass bei uns um den Martinstag herum Gans auf den Tisch kam. 

Mein Papa hatte am 14. November Geburtstag und wünschte sich Gänsebraten mit Knödeln, Maronen und Rotkohl. Und weil er gerne einlud, kamen alle seine Arbeiter und natürlich die ganze Familie.

Da wurden dann neben den beiden Backöfen im Haus manchmal sogar die Küchen der Tanten rundum mit Gänsebrätern ausgestattet. 

Im Nachhinein weiß ich natürlich, was das für ein Stress für meine Mama und meine Oma war. Damals fand ich es einfach wunderbar, von der Schule heim zu kommen und den gedeckten Tisch und viele fröhliche Menschen vorzufinden, für die das jährliche Gänseessen ein großes Event war.

Nun, die meisten, die damals um den Tisch saßen, gibt es heute nicht mehr.

Gans und Ente esse ich heute noch sehr gerne, wenn auch deutlich seltener und oft in eher asiatischer Form.

Als mir aber das heutige Rezept über den Weg lief, war schnell klar, es wird kleine Gedenk-Gänschen geben. Allerdings diesmal nicht mit Knödeln und Kraut, sondern in der süßen Variante. 

 

für 30 kleine Gänschen:

 

500g Weizenmehl + etwas mehr zum Arbeiten

250g Quark

160ml neutrales Öl, bei mir Rapsöl

2 Eier + 2 Eigelb

210g Zucker

1 Vanillezucker

1 Prise Salz

1 Päckchen + 1 TL Backpulver

Schale von 1 Biozitrone

4 EL Milch

Rosinen oder Zuckerperlen als Augen

  • ein Küchensieb mit einem Leinentuch auslegen, den Quark darauf geben und erst einmal abtropfen lassen, dann das Tuch zudrehen und die Flüssigkeit aus dem Quark drücken
  • Quark in eine grüße Schüssel geben

 

Normalerweise arbeite ich fast immer mit der Küchenmaschine, da die aber hinter einem Berg von bislang nicht verräumten Einkäufen stand, habe ich von Hand geknetet - oh Wunder der Faulheit! 

  • Eier, Öl, Zucker, Salz, Vanillezucker und Zitronenschale zufügen und gut verrühren
  • Mehl mit Backpulver mischen und auf die Quarkmischung sieben
  • zu einem einheitlichen Teig kneten
  • Backofen auf 160° Umluft vorheizen
  • zwei Backbleche mit Backpapier belegen
  • Teig auf wenig Mehl ca. 7mm dick ausrollen
  • Gänse ausstechen - ja, ich gebe es zu, ich hab mir extra einen Gänseausstecher gekauft
  • mit etwas Abstand auf den Blechen platzieren
  • Eigelbe mit Milch verquirlen
  • die Gänse sorgfältig mit der Eiermilch einpinseln, kurz antrocknen lassen und noch einmal bepinseln
  • Rosinen als Augen setzen
  • Gänschen ca. 20 Minuten golden backen
  • auf ein Kuchengitter ziehen und abkühlen lassen

Wir haben uns sehr über die kleinen Gänschen gefreut. wenn auch die Meinungen auseinander gehen, ob es nun Enten oder Gänse sind. Ich hab den Ausstecher als Gans gekauft und basta! Jetzt überlege ich nur noch, was ich mit dem Riesenmonstergans-Ausstecher mache, der auch der Packung beilag. Gänsebrötchen? Gänselebkuchen?

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