Skubaniec oder Plesniak - der Kuchen mit den zwei Namen

Polnischer Kuchen Skubaniec oder Plesniak: Mürbeteig, Baiser, Frucht und Streusel

Die kulinarische Weltreise führt uns in diesem Monat ins Nachbarland Polen.

Mal wieder ein Land, das ich via Küche ein wenig kennenlernen möchte, denn, so live und in Farbe, war ich bisher noch nicht dort .

 

Vor Jahren habe ich allerdings eine Reportage über das traditionelle polnische Weihnachtsessen mit zwölf Speisen gesehen und war von der Tradition, immer einen Platz mehr für einen eventuell unerwarteten  Gast einzudecken, begeistert. 

In so einem gastlichen Land, mit all den traditionellen Speisen, dachte ich, müsste es mir zumindest kulinarisch gut gefallen.

 

Auch auf dieser Reise ist Volker von volkermampft wieder der Organisator. Und wie bei den vielen Reisen zuvor, haben auch diesmal wieder viele spannende Blogger interessante Rezepte zusammen getragen.

Bis zum Ende der Reise werden hier noch mehr Links dazu kommen und dann sollten auch alle aktiv sein. 

Michelle von The Road Most Traveled mit 5 Gerichte, die du in Krakau probiert haben musst Jill von Kleines Kuliversum mit Barszcz - vegetarischer Borschtsch aus Polen Ulrike von Küchenlatein mit Dunkles Schlesisches Roggenbrot – Chleb Ulrike von Küchenlatein mit Polnisches Landbrot Ulrike von Küchenlatein mit Polnischer Kartoffelsalat – Sałatka ziemniaczana — Ulrike von Küchenlatein mit Saurer Roggenstarter – Zakwas Żytni Ulrike von Küchenlatein mit Polnische saure Suppe – Żurek Carina von Coffee2Stay mit Pierogi Ruskie: Polnische Kartoffel-Käse-Piroggen Michael von SalzigSüssLecker mit Torte "Pani Walewska"
Britta von Brittas Kochbuch mit Polnisches Roggensauerteigbrot mit Kürbiskernen Britta von Brittas Kochbuch mit Masurischer Kartoffel-Majorankuchen Tina von Küchenmomente mit Piegusek - Mohnkuchen aus Polen Britta von Backmaedchen 1967 mit Rogaliki polnische Marmeladenhörnchen Ulrike von Küchenlatein mit Bigos aus dem Slowcooker

Mit polnischer Küche bringe ich seltsamerweise etwas rustikalere, deftige Rezepte in Verbindung.

 

Bei näherer Beschäftigung mit den passenden Kochbüchern und Rezeptsammlungen war ich dann aber von der großen polnischen Backtradition überrascht. Neben üppigen Torten habe ich eine Menge Alltagskuchen gefunden. Soll heißen, Kuchen, die sich ohne große Mühe herstellen lassen und den Menschen den Alltag versüßen.

 

Genau so ein Rezept habe ich mir ausgesucht. Ein Kuchen, zwei Namen dafür: 

Skubaniec oder Plesniak, was sich einmal grob als Knabberkuchen, einmal als Schimmelkuchen übersetzen läßt.

Und wir reden hier nicht vom weißen Pferd.

 

Ratet mal, welche Variante ich bevorzuge!

Also, schau mer mal:

Ich habe Rezepte mit hellem, mit dunklem und mit gemischtem Teig gefunden und auch bei der Konfitüre gibt es nur die Vorgabe, sie solle "fruchtig und ein wenig sauer" sein. Ausserdem gibt es runde und eckige Kuchen.

Teig:

500g Weizenmehl
1 Päckchen Backpulver
250g Margarine
120g Zucker
5 Eigelbe

1 gehäufter EL Kakao

Baiser:

5 Eiweiß

1 Prise Salz
160g Zucker
2 EL Speisestärke

Ausserdem:

300g Waldbeerkonfitüre


  • Backpulver und Mehl mischen
  • Zucker, Eigelbe und Margarine gründlich unterkneten
  • Teig dritteln
  • Kakao in eines der Teigdrittel einarbeiten
  • ein helles und das dunkle Teigdrittel verpacken und für eine halbe Stunde in den Tiefkühler legen
  • ein Backblech mit Backpapier oder -folie belegen und falls vorhanden einen Backrahmen darauf stellen - mein Kuchen wird eckig und ca. 25 auf 25cm groß
  • helles Teigdrittel ausrollen - das wird der Boden des Kuchens
  • Konfitüre in Klecksen darauf verteilen
  • nun den dunklen Teig mit einem Gemüsehobel fein reiben - ich habe die Röstiraffel genutzt - und zwischen den Fruchtklecksen verteilen
  • Eiweiße mit dem Salz und dem Zucker steif schlagen
  • Backofen auf 200° Ober-/Unterhitze vorheizen
  • Speisestärke unter den Eischnee heben
  • Baiser auf dem Kuchen verteilen - wer mag, macht Kleckse, wenn Euer innerer Pedant das nicht zuläßt, dann streicht ihr den Schnee einfach glatt 
  • nun das letzte Teigdrittel als Schicht auf den Kuchen raspeln
  • 25 bis 30 Minuten hellbraun backen
  • abkühlen lassen
  • genießen

Der Mürbeteig macht den Kuchen sehr kompakt. Vielleicht hätte ich ihn größer, dafür flacher machen sollen.

Wie im Originalrezept angekündigt (ja, Lesen bildet, ich weiß, ich weiß...) war er deshalb am zweiten Tag erst so richtig gut, herrlich saftig durchgezogen und eben ein feiner "Alltagskuchen".

Nicht mein Favorit, aber durchaus einen Versuch wert!

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