Synchronbacken 20, oder wie ich mich völlig verquatscht und dabei ein fantastisches Brot versemmelt habe

Also, mit dem Multitastking ist das ja nun so: Frauen können es, Männer nicht so. Angeblich. Also, hab ich gehört.

Ich kann das. Angeblich.

 

Dann kommt da bei mir allerdings noch der, ich nenne ihn mal, "Faktor Schwätzchen" dazu.

 

Also, mal anders gesagt: Hier nebenan sieht man das unglaublich appetitliche Foto eines unglaublich appetitlichen Brotes. Noch...

Ja. Also, das war, bevor ich dachte, ich würde es schon merken, wenn 10 Minuten rum sind und mich zu einem kleinen Schwätzchen mit der Family nieder lies.

 

Aber mal von Anfang an: Zorra von 1 x umrühren, bitte aka kochtopf und Sandra von From-Snuggs-Kitchen hatten zum bereits 20ten Mal zum Synchronbacken geladen. Diesmal stand das No-Knead Cheddar, Tomato and Garlic Bread von King Arthur auf dem Plan. Das Originalrezept findet Ihr hier. 

Eigentlich ein relativ einfaches Rezept für eine Art in der Kastenform gebackenes Pizzabrot. Hörte sich gut an und war auch gut. Und wenn Zorra und Sandra rufen, dann folgen viele, viele Bäckerinnen.

 

Diesmal bloggen darüber:

#synchronbacken September 2017

Da ich nicht wollte, dass meine Kunden am frühen Montag, noch dazu dem ersten Schultag bei uns in Baden-Württemberg, gleich in Ohnmacht fallen, hatte ich schnell beschlossen, die vielen Knoblauchzehen - so gerne ich sie mag - weg zu lassen, dafür aber meine getrockneten Tomaten mit reichlich Knoblauch in Öl einzulegen und so wenigstens den Hauch Knobi mit ins Brot zu backen.

Meine Zutaten für den Teig:

360g  Weizenmehl Type 550

165g Hartweizenmehl

5g Frischhefe

57g geriebenen Parmesan

1,5TL Salz

35g Rapsöl

340g lauwarmes Wasser

Und für Füllung und Topping:

60g getrocknete, in Öl eingelegte Tomaten

110g gehobelter Emmentaler

1 Handvoll bunte Cocktailtomaten

10 schwarze, getrocknete Oliven, erntkernt


Bereits am Samstag gegen Abend wanderten alle Zutaten für die Teig in die Küchenmaschine, wurden etwa 2 Minuten mit dem Knethaken bearbeitet und sollten dann eigentlich in eine eingeölte Schüssel wandern. Wobei mir soeben aufgefallen ist, dass ich ihn einfach in der ursprünglichen Schüssel gelassen habe. Und zwar abgedeckt und etwa für 12 Stunden bis zum frühen Sonntagmorgen.

 

Ich merke gerade, ein wenig mehr Konzentration hätten wohl insgesamt nicht geschadet. Das Alter? Was meint Ihr?

Am Sonntag war ich jedenfalls wie immer früh wach und in der Küche.

Langsam werde ich nachdenklich. Senile Bettflucht?

 

Den gegangenen Teig habe ich auf einem bemehlten Brett zu einem Rechteck gezogen, mit den klein geschnittenen eingelegten Tomaten und dem Emmentaler bestreut und von der langen Seite her zu einer Roulade gerollt, die in einer mit Backpapier ausgelegten Kastenform landete. Dort durfte sie weitere 2 Stunden zugedeckt gehen.

 

 

Äh, ja.

Also, damit wären wir wieder bei Bild 1 angekommen.

Das ist ja auch hübsch und bunt und nett anzusehen, gell?

Zumal ich zuckersüße und eigens dafür auf dem Markt gekaufte, herrlich knackig bunte Tomaten und Oliven halbiert habe und die dann kunstvoll auf dem Brot platzierte.

Jaaa, wir Blogger, Sinn für Farben und Formen und so. Immer fokusiert, immer das Resultat im Blick.

Hohe, hohe Backkunst und Konzentration. Wie wir durch die Küche schweben, wie wir elfengleich von Topf zu Blech zu Form und zurück gleiten. 

Seht uns an!

OK. Genug Zeit geschunden. Hier folgt das Resultat:

 

Das Brot durfte erst 40 Minuten im auf 230° bei Umluft vorgeheizten Ofen mit Alufolie bedeckt backen. Danach war es  noch ziemlich käsig und bleich....echt, ich schwöre!
Also habe ich es aufgedeckt und weitere 15 Minuten fertig gebacken. Ich habe sogar die Uhr gestellt. 

Ja.

Echt.

Auf 15 Minuten.

 

Ich gebe es zu, ich habe mich verquatscht. 

Die Family war da und ich dachte, ich höre den Timer. Hab ich auch, nur wollte ich noch schnell eine Geschichte zu Ende hören. Und was dazu sagen. Und noch kurz lachen. Und da ich eine so erfahrene und wie gesagt fast komplett perfekte Küchenfee bin, hab ich ja eh immer alles im Griff.

Nicht..

Jaaa, schon gut, mein Superduperbrot ist ein wenig verkokelt.

Und verkokelte schwarze Oliven schmecken wie Seife. Bittere Seife.

Was für ein Glück, dass wir alle verfressen sind.

Verkokeltes Gemüse runter, noch warm aufschneiden, sich am Käse freuen, und jaaaa, es schmeckte uns trotzdem!

 

Es lag ja auch nicht am Rezept, sondern daran, dass ich eine Schnarchnase bin!

 

Und, ich hatte wie immer viel Spaß beim Mitbacken und Posten.

Vielen Dank an Zorra und Sandra für die Organisation. Ihr seid super!

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