Letscho in der Turboversion

Ungarisches Paprikagemüse: Letscho wie früher bei Mama

Eines unserer liebsten Sommergerichte ist Ratatouille. Gerne mit Auberginen und frischen Tomaten, Rosmarin, Knoblauch, Salbei, dem ganzen mediterranen Pipapo.

Schön angerichtet, in Muster gelegt, überbacken, fein!

Ich hab sie auch schon - etwas weniger hübsch angerichtet - im Slowcooker zubereitet und sie war auch gut.

 

Wenn´s aber schnell gehen soll und uns das kleine Feierabendhüngerchen überkommt, dann gibt´s ganz handfest Letscho. Das war schon bei meiner Mama so, Bei ihr wanderten oft genug die Wurstreste mit in den Topf, die von der Woche übrig waren und auch weich gewordene Tomaten wurden verwertet.  

Bei mir ist es eher so, dass ich um die allfällige runzlige Paprikaschote herum plane, die sich bei mir unweigerlich immer, immer, wirklich immerimmer irgendwo in der Gemüseschublade findet. Wenn ich so eine mal wieder finde, ziehe ich los und kaufe Kabanossi, die die im ungarischen Original genutzte Lecsókolbász ersetzen, Zucchini und noch ein paar taufrische Paprika dazu und weiß, in dieser Woche wird es irgendwann zu Feierabend paprikahaltig im Hause zimtkringel. 

Übrigens musste ich vor ein paar Jahren erstmal googeln, ob es den Begriff Letscho so tatsächlich gibt. Meine Familie hat zwar teils ungarische Wurzeln, aber mir war nicht wirklich klar, ob es sich nicht womöglich um eine familieneigene Wortschöpfung handelt. Es wäre nicht die einzige gewesen... Danach war ich etwas schlauer: Letscho bzw. Lecsó ist ein Hauptgericht ursprünglich der ungarischen Küche, das längst in die Küchen der Welt eingezogen ist. Während es meine Mama schon in meiner Kindheit oft genug im Dampfkochtopf hergestellt hat, habe ich es eigentlich immer im ganz normalen Topf zubereitet. So lange dauert auch das nicht. Neuerdings, nach Einzug des InstantPots in meine Küche, wurde es aber zum absoluten Turbo-Feierabend-Gericht. Ich schnipple morgens vor der Arbeit kurz alle Zutaten und packe sie schon in den Pot und am Abend werfe ich das Wundergerät an und... ach, lest selbst, hier kommt das Rezept: 

Für zwei ganz schön Hungrige (und eine kleine Portion für mich zum Mittagessen am Folgetag) mit Reis als Beilage:

 

4 mittlere Paprikaschoten

3 mittlere Zwiebeln

1 kleine Zucchini

2 Kabanossi

2 EL Tomatenmark

400g gehackte Tomaten aus der Dose

500g Tomatensugo aus dem Tetrapack

ca. 200ml sehr kräftige Fleischbrühe

2 EL Öl

1 EL geräuchertes Paprikapulver

Salz und Pfeffer

1 Prise Zucker

Die Zubereitung im InstantPot für ein schnelles Feierabendgericht - was jetzt nicht heißt, dass Ihr das auch so gestalten müsst.

Ich wollte nur darstellen, wie sich das bei mir derzeit abspielt:

  • am Morgen: Gemüse waschen, bzw. schälen, putzen und in Streifen schneiden
  • Instant Pot in dieser Reihenfolge füllen: Öl, Zwiebeln, Paprika, Zucchini
  • Deckel drauf und beiseite stellen
  • am Abend: InstantPot auf Sauté, also Anbraten stellen und alles erst einmal drei Minuten so anbraten lassen, dann umrühren, Tomatenmarkt zufügen und drei weitere Minuten unter gelegentlichem Rühren braten
  • Kabanossi in Scheiben schneiden und zufügen
  • mit Paprikapulver, Salz, Pfeffer und Zucker würzen
  • Brühe, Tomatenstücke und Sugo zufügen, alles umrühren Deckel drauf und auf 8 Minuten auf Pressure Cook high garen
  • Dampf manuell ablassen, nochmal abschmecken und fertig isses!

Um es mal einfach zu sagen: Letscho im Topf funktioniert natürlich genauso. Den InstantPot braucht es nicht zwingend, ich habe nur Spass daran. Im normalen Kochtopf lasst Ihr alles nach dem Anbraten einfach bei mittlerer Hitze und geschlossenem Deckel etwa eine halbe Stunde blubbern. Aufpassen, dass nix anbrennt und so lange garen, bis Euch das Gemüse gut erscheint. Bei uns darf Paprika gerne noch etwas Biss haben, bei meiner Mama war das Gemüse butterweich. Geschmackssache, würde ich sagen.

Bei Mama Erika gab es als Beilage für gewöhnlich einfach frisches schwäbisches Netzbrot, heute essen wir eher Reis dazu. Den gare ich übrigens auch am Morgen während der Vorbereitungszeit des Gemüses schonmal in Brühe vor und am Abend wird er dann nur noch mit ein wenig mehr Brühe aufgekocht und mit einem Klecks Butter verfeinert. 

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Kommentare: 1
  • #1

    Heike (Mittwoch, 15 April 2026 16:10)

    Letscho habe ich ewig nicht gegessen, leider. Ich glaube, da war keine
    Zucchini drin. Müsste aber tatsächlich auch gut passen.
    Liebe Grüße
    Heike