Kümmelstecken mit Sauerteig

Das folgende Rezept würde ich jetzt mal unter der Überschrift Küchenexperiment verbuchen.

Ein gelungenes, wenn ich das mal so sagen darf!

 

Tatsächlich handelt es sich hier nämlich um mein allererstes Gebäck, das nur Sauerteig als Triebmittel nutzt.Der funktioniert übrigens so: Klick!

 

Noch dazu einen extrem jungen Sauerteig, aus einer Instachallenge die ich bei Zorra von kochtopf.me entdeckt habe. Nach dem Rezept des spanischen Brotexperten Ibán Yarza wurde innerhalb von knapp 5 Tagen ein erstaunlich triebstarker Weizensauerteig erstellt.

 

Hier trifft nun spanische Teigkunst auf schwäbische Backtradition.

 

Ich habe mich an die Vesperstecken genannte, dünne Variante der Schwäbischen Seelen gewagt.

So gesehen beträgt die Herstellungszeit für dieses Rezept also eine knappe Woche. Wobei der Sauerteig dann weiter genutzt werden kann, vorausgesetzt, er wird gepflegt und gefüttert. Wie das geht, findet Ihr hier: Klick!

 

Für vier Stecken:

130g vom backreifen Sauerteig

500g  Seelenmehl (eine Mischung aus 3/4 Weizen- und 1/4 Dinkelmehl) plus mehr zum Arbeiten

9g Salz

350g Wasser

2 EL Kümmel ungemahlen

Brezelsalz

  •  Mehl mit Salz, 1 EL vom Kümmel, Sauerteig und Wasser kneten
  • Schüssel mit einem feuchten Tuch bedecken und eine halbe Stunde stehen lassen
  •  in der Schüssel nach 30 Minuten dehnen und falten, also den Teigrand rundum greifen, ziehen und nach oben klappen, dann die Schüssel wieder abdecken und nach weiteren 30 und 60 Minuten wiederholen
  • bedecken und 60 Minuten gehen lassen
  • Teig auf eine stark bemehlte Fläche kippen und zu einem Paket falten
  • bedecken und 30 Minuten stehen lassen
  • noch einmal falten und weitere 30 Minuten gehen lassen - nun sollte man an der Teigoberfläche schon kleine Bläschen erkennen können - falls nicht, eine weitere halbe Stunde anhängen
  • Teig vierteln und zu langen Stangen drehen
  • auf ein mit Backpapier belegtes Baguetteblech legen
  • bedecken und wieder 30 Minuten gehen lassen
  • mittlerweile Backofen mit einem Rost in der mittleren Schiene und der Fettpfanne in der untersten Schiene auf 250° Ober-/Unterhitze vorheizen
  • Teiglinge leicht befeuchten und mit dem restlichen Kümmel und dem Brezelsalz bestreuen
  • Baguetteblech auf die mittlere Schiene geben
  • Wasser in die heiße Fettpfanne kippen und den Backofen sofort schließen
  • nach 20 Minuten den Dampf entweichen lassen und die  Temperatur auf 200° verringern
  • weitere 35 Minuten backen - Seelen sollen goldbraun sein
  • auskühlen lassen
  • und genießen - pur oder mit Belag!

Ihr wisst ja, sharing is caring. Katrin von Soulsistermeetsfriends lebt das vor und gibt uns Bloggern mit ihrem #sonntagsglück jede Woche wieder eine Heimat und damit einen Treffpunkt, viele alte Bekannte und neue Freunde zu treffen. Klickt mal hin, bestimmt entdeckt Ihr auch neue Blogs!

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Kommentare: 4
  • #1

    Franziska (Donnerstag, 04 Juli 2019 20:53)

    Mir läuft der Mund aus, da neben Laugenwecken auch klassische Seelen meine Heimatspeise sind. Da brauchts nur noch Lyoner dazu und ein Stück Butter, Frühstück und Abend sind gesichert. *verliebt deine Bilder anschaue*

  • #2

    Simone von zimtkringel (Donnerstag, 04 Juli 2019 21:35)

    Hi Franziska, na dann, los!
    Im Ernst, ich hätte nicht gedacht, dass erstmal der Sauerteig so easy gelingt und dann noch die Seelen ohne weiteres Triebmittel so schön aufgehen.
    Man braucht halt Zeit, denn die braucht der Sauerteig. Also, wie wäre es mit einem mehrtägigen Küchenexperiment?
    Liebe Grüße aus der Heimat
    Simone

  • #3

    Susanne (Freitag, 05 Juli 2019 09:13)

    Ah, jetzt ist der Groschen gefallen. Ich habe mich immer gefragt, warum meine Seelen nicht so schmecken, wie sie sollen. Es ist die Mehlmischung! Danke für die Erleuchtung.

  • #4

    Franziska (Freitag, 05 Juli 2019 10:53)

    Hej, Simone,

    das kommt!! Warte nur noch auf ein Angebot für einen Miniofen in den einschlägigen Häusern (um keine Werbung zu machen, sie haben alle 4-5 Buchstaben). Dann geht es los! Nur Lyoner bekommt man hier nicht. Blutwurst ja, aber Lyoner...dann eben Butter und Winzerkäse. Man ist ja flexibel. Lach.

    Hab ein angenehmes Wochenende und
    liebe Grüße in die Heimat,

    Franziska