Ich musste tatsächlich das halbe Jahrhundert erreichen, ehe ich das erste Mal in meinem Leben Mangold zubereitet habe. Vor ziemlich genauch drei Jahren habe ich für den leider nicht mehr laufenden Foodblogger-Jahreskalender Saisonal schmeckt´s besser Malfatti aus Mangold mit brauner Butter gebastelt. Damals war es übrigens eine echte Gugelfuhr (Kennt Ihr das Wort? Schwäbisch! Schlagt es nach!), Mangold auf unserem Wochenmarkt zu bekommen.
Dabei ist Mangold, in der Schweiz Krautstiel genannt, eine uralte Kulturform der Rübe, verwandt mit der Zuckerrübe, der Futterrübe und der Roten Rübe und wurde früher sogar zur
Zuckergewinnung genutzt. Diesmal bin ich gleich zum Bio-Stand des Vertrauens gegangen und siehe da: bunter Mangold körbeweise!
Heute nutze ich die hübschen Blätter mit den bunten Stielen einfach mal als Gemüsebeilage zum Sonntagsbraten und verwende sie ähnlich, wie sonst bei uns der Blattspinat auf den Tisch kommt: Mit Zwiebeln, ein wenig Knoblauch und Crème fraîche. Mangold enthält übrigens außerordentlich viel Vitamin K, außerdem Vitamin A und E, sowie Natrium, Magnesium, Kalium und Eisen. "Ebbes Gsonds" also, sollte man meinen. Durch den hohen Anteil an Oxalsäuregehalt bin ich allerdings ähnlich wie beim Rhabarber etwas vorsichtig und bringe ihn mit Rücksicht auf die Nieren meines Mit-Essers nicht so oft auf den Tisch. Wie immer gilt, die Dosis macht das Gift und so eine Portion alle paar Wochen ist völlig ok.
Als Beilage für uns Zwei:
500g Mangold
1 rote Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 EL Öl
500ml Hühner- oder Gemüsebrühe
200g Crème fraîche
Salz und Pfeffer
- Mangoldblätter sehr gut waschen, ähnlich wie Spinat wächst Mangold auf sandigem Boden und nichts ist übler, als knirschendes, sandiges Gemüse auf dem Teller
- Stielenden kappen, dann die Blätter von den Stielen schneiden
- die Stiele fein würfeln - ich nutze nur etwa die Hälfte der Stiele, weil sie recht intensiv schmecken, Ihr macht das, wie Ihr wollt
- geschälte Zwiebel und Knoblauchzehe fein würfeln und in einem tiefen Topf im Öl kurz anbraten
- gewürfelte Stiele zufügen und zusammen mit der Zwiebel ca. 3 Minuten mitbraten
- die Blätter des Mangolds in nicht zu feine Streifen schneiden und zufügen
- Brühe dazu geben, Deckel drauf und ein paar Minuten dünsten - ich nutze eine kräftige Hühnerbrühe, Vegetarier nutzen Gemüsebrühe
- Crème fraîche einrühren, kurz aufkochen lassen und kräftig mit Salz und Pfeffer abschmecken
Schade, dass das Gemüse die knalligen Farben beim Kochen verliert, aber hübsch bunt ist es trotzdem im Teller.
Sodele, wie schmeckt das jetzt? Wir sind uns nicht so ganz einig. Ich finde, es hat etwas von Spinat mit einem Touch von Roter Beete und ich lieb´s! Thomas meint, es schmeckt gesund aber gut. Ha? Huh...

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