Falls Ihr jemals den Header von zimtkringel gelesen haben solltet, wisst Ihr vielleicht, dass meine Kochgeschichte in den Küchen meiner Omas, meiner Mama und der restlichen Familie begonnen hat und eben diese Familie ihre Rezepte für gewöhnlich etwas vage hielt.
Auf die Fragen was, wie viel, wann, warum kam oft genug die Antwort "Das merksch dann, musch halt probieren."
Es wurde und wird aus dem Bauch und von Herzen gekocht. Rezepte hat(te) man im Kopf und auf der Zunge.
Dabei gab und gibt es viele Gerichte, deren Weitergabe an diese und nach Möglichkeit weitere Generationen uns wichtig ist.
Schon allein, weil wir sie alle gerne bei Mama und Oma gegessen haben. Einige habe ich hier bei zimtkringel über die Jahre gesammelt. Einige hat meine Mama auch extra für den Blog noch einmal
gekocht, mir dann das Rezept zumindest der Spur nach diktiert und mich nebenher fotografieren lassen. Bei Mama Erikas
Apfelstrudel fungierte sie vor fast zehn Jahren sogar als Handmodel.
Ich habe es immer bedauert, dass mit jeder Generation mehr und mehr Küchenerinnerungen verschwunden sind.
Was ich nicht wusste: Mama hat mein anhaltendes Gejammer wohl erhört und über die letzten Jahre einige der Familienrezepte in ein Büchle geschrieben. In ihrer gestochen scharfen Handschrift, wie Ihr hier seht.
Meine große Schwester hatte den Auftrag, mir diese Sammlung irgendwann zu geben. Vor ein paar Wochen habe ich sie bekommen und heute, am 89ten Geburtstag unserer Mama, teile ich mit Euch eines der Lieblingsrezepte der ganzen Famile: Mama Erikas Dillsauce. Das Rezept ergibt ca. drei Portionen.
Suppe und Einlage:
600g Rindersuppenfleisch am Stück
Suppengemüse nach Wahl, hier eine Karotte, eine Zwiebel, eine Knoblauchzehe, je ein Stück Lauch und Knollensellerie
1 Lorbeerblatt
ein paar Pfefferkörner
2 Suppenwürfel
1 l Wasser
Salz
für die Sauce:
60g Butter
1/2 Zwiebel
2 EL Mehl
500ml Milch
500ml von der Fleischbrühe
1 Bund Dill
2 EL Zucker
Salz
1 EL Essig
- Gemüse waschen, putzen, schälen und zusammen mit Lorbeerblatt, Brühwürfeln, Pfefferkörnern, Wasser, wenig Salz und natürlich dem Suppenfleisch eine kräftige Rinderbrühe kochen - ich nutze dazu den Dampfkochtopf, bei mir dauert das ca. 30 Minuten, je nach Eurer Kochart kann es auch mal zwei Stunden dauern, wichtig ist, dass das Fleisch zart aber noch so schnittfest ist, dass Ihr nachher Scheiben schneiden könnt
- Fleisch aus der Suppe nehmen, etwas ruhen lassen, dann in Stücke bzw. Scheiben schneiden, das Gemüse brauchen wir hier nicht, das ergibt später mit der restlichen Brühe und ein paar Nudeln eine Suppe
- halbe Zwiebel schälen und fein würfeln, dann in der Butter in einem großen Topf anschwitzen aber nicht braun werden lassen
- Mehl über die Zwiebeln geben, gut rühren und kurz mit anschwitzen
- mit je einem halben Liter Milch und einem halben Liter von der Brühe ablöschen
- kurz aufkochen lassen und gut rühren, dann Hitze reduzieren
- mit Salz, Zucker und Essig abschmecken - gewollt ist ein leicht süß-saurer, kräftig fleischiger Geschmack
- Dill waschen, sehr gut trocken schütteln und fein hacken
- Dill in die Sauce einrühren ACHTUNG: Sauce darf jetzt nicht mehr kochen!
- eventuell noch einmal abschmecken
- Fleisch in die Sauce legen
- servieren!
So schaut sie aus, unsere Familienversion der böhmischen Dillsauce Koprová omáčka, stilecht mit fluffigen, weißen Böhmischen Hefeknödeln, natürlich auch nach einem Rezept aus dem Büchle meiner Mama. Wie Ihr die zubereitet, zeige ich Euch natürlich auch noch. Kommt Zeit, kommt Knödel...

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Carina (Sonntag, 31 Mai 2026 12:16)
Diese Dillsauce gab es heute bei den Weingarts, zusammen mit Fischfilets. Es hat so gut geschmeckt!. Ein Hoch auf Mama, Erika! Herr Weingart hat sogar die Pfanne aus geschleckt.