Uuuuuund hier sind sie nun, die Böhmischen Hefeknöfel, wie meine Mama Erika sie zur Dillsauce serviert hat.
Für unsere Familie eines der absoluten Leibgerichte, das schon unsere Oma Marie so auf den Tisch brachte.
Es handelt sich um luftige, elastische, längliche Knödel, die nach dem Garen in Scheiben geschnitten werden.
So ein Knödel reicht schon mal locker für mehrere Portionen. Gegessen werden sie normalerweise zu Gerichten mit viel Sauce.
Bei uns eben zu besagter Dillsauce aber auch zu Svickova - Rind in böhmischer Sauce sind sie großartig.
Sie schmecken frisch zubereitet am Besten, meine Mama hat die ganzen Knödel aber oft auch über Wasserdampf nochmal aufgewärmt bzw. warm gehalten, bis endlich die ganze Familie zum
Essen da war. Das Originalrezept, das mir meine Mama hinterlassen hat, war entsprechend auch für vier mittelgroße Knödel gedacht. Ich habe hier nur die halbe Menge genutzt
und daraus einen Knödel fabriziert, der fast den Topf gesprengt und locker acht dicke Scheiben geliefert hat.
Für einen sehr, sehr großen oder zwei kleinere Knödel:
250g Weizenmehl Type 405 + etwas mehr zum Arbeiten
150ml lauwarme Milch
15g Frischhefe
1/4 TL Salz + mehr fürs Kochwasser
1/4 TL Zucker
2 kleine Eier
150ml lauwarme Milch
einen großen Kochtopf mit Wasser
Festen Bindfaden, falls Ihr den Knödel so in Scheiben teilen wollt, wie meine Mama das gemacht hat: Sie hat den Faden einfach um den Knödel gelegt, die Enden überkreuzt, und kräfig gezogen. Ich habe ihn mit dem gezackten, großen Brotmesser vorsichtig in Scheiben geschnitten, aber mit dem Faden ist es natürlich eleganter.
Vor dem Schneiden kommt natürlich erst einmal das Kochen:
- Mehl in die Schüssel des Küchenmaschine geben, eine Mulde in die Mitte drücken und die Hefe hinein bröckeln
- Zucker und lauwarme Milch über die Hefe geben, leicht verrühren und die Schüssel mit einem Tuch bedecken
- gehen lassen, bis sich der Vorteig sichtbar vergrößert hat - meine Mutter hat geschrieben, der Vorteig muß eine Haube haben
- dann Salz und Eier dazu geben und Vorteig mit dem gesamten Mehl erst auf langsamer Stufe, dann auf mittlerer Stufte so lange mit dem Teighaken schlagen, bis sich ein einheitlicher Teig ergibt - meine Mama hat das früher natürlich von Hand gemacht... ich nehme die Küchenmaschine
- auf einer bemehlten Fläche mit bemehlten Händen aus dem Teig einen oder zwei längliche Knödel formen
- mit einem Tuch oder einer Schüssel bedecken und 25 Minuten bei Zimmertemperatur gehen lassen
- in einem großen Topf Wasser zum Kochen bringen, salzen, Hitze etwas reduzieren, das Wasser soll simmern
- Knödel vorsichtig einzeln ins Salzwasser geben und jeden Knödel mit aufgelegtem Deckel 20 Minuten kochen
- Garprobe machen: Knödel mit einem Holzstäbchen einstechen, bleibt kein Teig mehr hängen, ist der Knödel gar
- mit einem großen Schaumlöffel aus dem Wasser heben und mit einem Bindfaden (oder vorsichtig mit dem Messer) in Scheiben schneiden
Bei uns gab es dazu das berühmte Rindfleisch in Dillsauce meiner Mama.
Meine Oma und Mama haben die Böhmischen Hefeknödel (tschechisch Houskový knedlík) in der puren Version, die Ihr hier seht, hergestellt.
Es gibt aber auch Varianten, bei denen geröstete Semmelwürfel oder geriebene rohe oder auch gekochte Kartoffeln in den Hefeteig kommen.
Die zeige ich Euch vielleicht auch irgendwann.

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Hanne (Dienstag, 09 Juni 2026 16:17)
Woher nur kennst du das Knödelrezept mriner Mutter aus dem Sudetenland?
Unser absolutes Lieblingsgericht zum Schweinebraten, den ich nie so hinbekomme, wie sie ihn gemacht hat.
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