Es war Sonntagvormittag. Die Sonne schien, wir waren sogar ein wenig an der frischen Luft und prompt war es mir extrem nach einem kleinen süßen Sonntagsdingens.
So wie früher, mit Kaffee und Kuchen und viel Zeit. Doch, das wäre schön gewesen.
In meiner Kindheit gab es praktisch keinen Sonntag ohne Kuchen. Plural.
Schon allein, weil eigentlich fast an jedem Sonntag irgendjemand von der lieben Verwandtschaft bei meinen Eltern zum Kaffee einfiel. Entsprechend haben meine Mama Erika und Oma Marie häufig und viel gebacken.
Meist am Mittwoch fürs tägliche Nachmittags-Kaffee-Ritual in Omas Küche und am Samstag dann nochmal eben für den Sonntagskaffee.
Nun, Oma und Mama backen nicht mehr und über die Jahre hat sich nicht nur unser Sonntagsablauf hier in zimtkringeltown extrem geändert. Wo früher gemeinsames Mittagessen - mit Vorsuppe und hinterher Fürst-Pückler-Eis - selbstverständlich und für die gesamte Famile obligatorisch war und spätestens um vier der Kaffeetisch bereit stand, gibt es heute bei uns spätes Frühstück für zwei und irgendwann am Abend wird meist gekocht. Oder auch nicht. Nix mehr mit großer Familie, nix mehr mit Sonntagsritualen. Was mir als Teenager irgendwann viel zu viel war, vermisse ich heute, fast 40 Jahre später, stellenweise sehr. Besonders, weil die meisten Beteiligten längst nicht mehr leben. Nun ja, das ist der Lauf der Zeit.
Wenn Ihr einen kleinen Eindruck vom Mama-Erika-Gebäck haben wollt, dann hüpft mal zu Mama Erikas Apfelstrudel.
Dafür stand sie mir im zimtkringel-Anfangsjahr sogar Modell. Sie wollte zwar nicht so recht aufs Foto aber sie hat dennoch gezeigt, wie der für mich beste Apfelstrudel der Welt (siehe Bild) hergestellt wird. Mir gelingt der durchscheinende, knusprige Teig übrigens bis heute nicht so, wie sie ihn ganz locker aus dem Handgelenk hinbekommen hat. Bei ihr wurde aus einer Teigkugel mit viel Geduld und Geschick eine tischgroße, hauchdünne Teigfläche, durch die man das Muster der darunter liegenden, extra für die Strudelherstellung genutzten Wachstischdecke sehen konnte. Dazu fehlt mir sowohl Geduld als auch das Fingerspitzengefühl. Schön ist, dass viele ihrer Rezepte und auch die meiner Oma hier bei zimtkringel eine Heimat gefunden haben und bei Euch Lesern immer sehr gut ankommen. Das hätten den beiden Damen gefallen.
Mangels Essern sind meine heutigen Kuchen - und die gibt es eh recht selten - deutlich kleiner geworden.
Heute bastle ich uns eine kleine Apfeltarte mit Frangipane, also Mandelcreme, die Thomas und ich eventuell sogar in einer Sontagskaffe-Session schaffen.
Teig für eine kleine, eckige Tarteform:
100g weiche Butter + mehr für die Form
50 g Zucker
1 Messerspitze Salz
1 Eigelb
150g Weizenmehl+ etwas mehr für die Arbeitsfläche
1/2 TL Backpulver
70g gemahlene Mandeln
60g Zucker
1/2 TL Vanillepaste
1 Ei
25g weiche Butter
2-3 Äpfel
2 EL Mandelblättchen
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Mehl, Salz und Backpulver gut mischen, dann mit Zucker, Eigelb und Butter rasch zu einem Mürbeteig kneten - in Folie verpackt eine halbe Stunde in den Kühlschrank legen
- mittlerweile Form gut einfetten
- Ei in einem Schüsselchen verquirlen
- gemahlene Mandeln mit Zucker, Vanillepaste, Butter und etwa der Hälfte vom Ei zu einer Creme rühren
- Äpfel schälen, vierteln, Kerngehäuse entfernen und in ca. 3mm dicke Scheibchen schneiden
- Teig auf bemehlter Fläche so auswellen, dass die Form samt Rand damit ausgekleidet werden kann - ich mache das meist auf einer Backmatte oder Folie und transportiere den Teig dann damit in die Form
- Teigboden mit einer Gabel mehrmals einstechen
- Teigrand der Tarte mit einem Messerchen begradigen
- Backofen auf 180° Umluft oder 190° Ober-/Unterhitze vorheizen
- Frangipane gleichmäßig auf dem Teigboden verstreichen
- Äpfel darauf verteilen - ich versuche mich hier an einem einfachen Muster, Ihr macht das, wie Ihr mögt
- restliches verquirltes Ei auf den Teigrand streichen und mit ein paar Mandelblättchen bestreuen
- 25-30 Minuten backen, bis der Rand schön golden ist
- aus dem Ofen nehmen und in der Form auskühlen lassen
- dann aus der Form entfernen und sich daran freuen

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Gabriella (Dienstag, 10 März 2026 21:50)
DAUMEN hoch, bitte mehr davon. Wir sind auch nur noch zu zweit.