Bircher Müsli - Overnight Oats traditionell

Meine Heimat firmiert seit einigen Jahren unter dem Titel Schwäbisches Streuobstparadies.

Die Streuobstwiesen zwischen Alb und Neckar bilden mit rund 26.000 ha und 1,5 Millionen Obstbäumen eine der größten zusammenhängenden Streuobstlandschaften Europas.

Most und Wein halten sich bei uns Schwaben getränketechnisch quasi die Waage.

 

Boah, was habe ich es als Teenager gehaßt, wenn ich mit der ganzen Familie auf unserer Wiese das Fallobst für den Most aufsammeln gehen sollte!

Wie absolut uncool! Und matschig. Überall Wespen und Schnecken und es war echt a Gschäft!

Mecker, mecker, schmoll!

Heute weiß ich dagegen jeden Apfel, jede Birne, jede Zwetschge sehr zu schätzen (und die Tatsache, dass jemand anderes sie für mich geerntet hat. Ja, ich bin auch heute noch ein echtes Outdoormädel....Nicht!)

Volker von volkermampf ist diesen Monat Gastgeber beim Blog Event CLVII der lieben Zorra vom kochtopf.

Als Hamburger Blogger ist ihm das Alte Land ebenso nahe, wie uns, knapp 700km weiter südlich, das Streuobstparadies.

Kein Wunder, dass er als Thema Äpfel, herzhaft & süß gewählt hat!

Blog-Event CLVII - Äpfel (Einsendeschluss 15. Oktober 2019)

Nachdem ich jetzt lang und breit mit dem Streuobstparadies angegeben habe, kommt ein Rezept von noch weiter südlich, nämlich aus der Heimat des Herr zimtkringel.

Der einfache Grund: Apfelstrudel und -kuchen und -brot sind längst mehrmals verbloggt, bisher findet sich aber nirgendwo bei mir ein Rezept unseres Lieblings-Power-Frühstücks, des Müslis nach Bircher-Benner, oder wie es heute so hipp und trendy heißt: Overnight Oats mit Apfel.

 

Ursprünglich vom Schweizer Arzt und Begründer des Begriffes Vollwertkost, Maximilian Oskar Bircher-Benner als Schonkost für den Abend entwickelt, steht es mittlerweile oft und gerne auf den Frühstückstischen der halben Welt und wird munter variiert.

Den vielen Grundrezepten gemein ist die Mischung aus Haferflocken Milch, Saft oder Wasser und geriebenem Apfel, die über Nacht durchziehen darf. Gesundheit hin oder her, Ihr ahnt es sicher schon: Wir zimtkringels essen es vor allem aus einem Grund gerne: Es ist lecker!

Hier kommt nun meine Lieblingsvariante, wobei man das Schüsselchen pimpen darf, wie man mag. Da bin ich völlig wertfrei. Müslidemokratisch sozusagen.

Für drei bis vier hungrige Frühstücker:

250g kernige Haferflocken

2 säuerliche, rote Äpfel

150g griechischer Joghurt, natur

4 EL Honig

100ml Milch

Saft von 1/2 Zitrone

ausserdem: Mandeln und Pekannüsse

Blaubeeren, Feigen und Trauben.

Weitere Varianten: Ein Löffelchen Kakao dazu, Obst nach Wahl, Fruchtjoghurt, Sahne, Gewürze wie Zimt, Vanille oder Tonkabohne, Nüsse bis zum Abwinken, superduper ist Banane und Kokosschnipsel, ach, Ihr dürft Euch gerne austoben! Von mir aus dürft Ihr auch eine Bratwurst darüber legen, oder ein Ei drauf hauen. Is mir egal, Hauptsache Ihr habt Spaß und denkt dran, wer morgens frühstücken will, muss abends Müsli anrühren!

Die Herstellung ist easy.

 

Klar, Müsli ist kein Hexenwerk, auch nicht, wenn es so einen berühmten Namen trägt.

 

Am besten schmeckt es, wenn es ein paar Stunden Zeit zum Durchziehen hatte, also geht es am Vorabend los:

  • Äpfel waschen und samt Schale und Kerngehäuse grob raspeln
  • mit Zitronensaft mischen, damit sie nicht zu braun werden
  • Haferflocken mit Joghurt, Honig und etwa der Hälfte der Milch mischen - wir mögen gerne kernige Haferflocken, wer die zarte Variante liebt, darf natürlich auch die nehmen
  • Apfelraspel untermischen
  • je nach Wunsch und Geschmack mit Milch noch etwas flüssiger machen
  • in einem verschlossenen Gefäß - ich hab ein großes Bügelglas - kühl stellen und gut durchziehen lassen
  • zum Frühstück darf jeder sein Müsli pimpen, wie er mag!- Ich mag zum Beispiel gerne etwas warme Milch darüber, der Herr zimtkringel mag Banane dazu und insgesamt macht es Spaß, von allem etwas auf den Tisch zu stellen und munter zu kombinieren

Sodele, das war mein Beitrag zu Volkers Apfelrezeptesammlung! Was sagt Ihr? Kann man essen, oder?

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Kommentare: 3
  • #1

    Franziska (Sonntag, 29 September 2019 18:47)

    Bunkermüsli! � Dieser Begriff stammt nicht von mir. *lach*

  • #2

    Volker (Montag, 30 September 2019 21:58)

    Hallo Simone,

    danke für das leckere Müsli und das Du es in erster Linie Müsli genannt hast.
    Wir arbeiten gerade an verschiedenen Trendbegrifflichkeiten und wenn man auf FB schaut, was alles "Bowls" sind, dann müssen wir immer lachen.

    Aber das nur neben bei. Dein Rezept werden wir auf jedenfall mal nachmachen, den der Balkon ist voll mit selbst gepflückten Äpfeln aus dem alten Land.

    LG Volker

  • #3

    Britta Koch (Samstag, 12 Oktober 2019 18:53)

    Liebe Simone,

    was für ein toll aussehendes Dessert - am liebsten ohne Milch! - aber für mich als Herzhaftfrühstückerin leider keine Option.

    Ich mag ja nicht mal Marmeladenbrot... �

    Liebe Grüße
    Britta