Porchetta fürs Türchen Nr. 10

Porchetta, Rollbraten vom Schwein mit vielen Kräutern, für den Kulinarischen Adventskalender

Kennt Ihr Porchetta?

 

Porchetta ist in Italien das ultimative Fleischgericht, wenn sich die (Groß-)Familie angesagt hat, oder man Lust hat, einmal zu kochen und dann mehrmals davon zu essen.

Knusprig, saftig, zart, extrem lecker, nur für Fleischesser, versteht sich.

Sprich: Porchetta ist ideal fürs Weihnachtsessen.

 

Mit etwas Vorarbeit gart der Braten locker vor sich hin und der Koch/die Köchin hat Zeit für anderes, zum Beispiel für ein Gläschen Punsch, den Baum oder lustiges Weihnachtsliedersingen.

Eine Kombination wäre natürlich denkbar.

Auf letztere kommen wir noch zurück.

Porchetta ist nicht unbedingt als kleiner Snack gedacht.

Vielmehr kommt ein gutes Stück Schwein auf den Tisch, denn am nächsten Tag soll es genug Reste geben, um leckere Ciabatta-Brötchen zu belegen. So zumindest der Plan. Schlecht, wenn das Fleisch so lecker ist, dass die ganze Familie den halben Abend immer wieder in die Küche schleicht und heimlich am Braten säbelt. Ich kenne meine Weihnachtselfen. Das könnte hier durchaus passieren...

Heute ist der 10. Dezember und zu meiner großen Freude darf ich Türchen Nummer 10 von Zorras legendärem Kulinarischen Adventskalender bei 1x Umrühren bitte aka kochtopf befüllen. Vorletztes Jahr war ich übrigens schon mit einem Vorspeisen-Salätchen dabei.

 

Bei Zorra gibt es auch in diesem Advent (und das schon zum 15ten Mal!) wieder Tag für Tag spannende Blogger mit großartigen Rezepten zu entdecken. Darüber hinaus werden tolle Preise verlost, also bleibt dran, lest mit und mit etwas Glück kann einer der Preise bald zu Euch wandern!

Uuuund, noch bleiben 14 Tage Zeit, das Weihnachtsessen zu planen.

Wobei wir ganz geschmeidig wieder zurück bei meinem klitzekleinen Monsterbraten wären.

Und bei den oben erwähnten Weihnachtsliedern. Ihr erinnert Euch?

Seit Kindheitstagen gehören bei uns, wie bestimmt in vielen Familien, gewisse Melodien zum Advent.

 

Bei meinen Eltern sang Freddy Quinn von Sankt Niklas, der ein Seemann war, Heintje heidschibumbeidschite sich einmal quer durch den Advent und die Wiener Sängerknaben liesen in der stillen Nacht Owie lachen (familieninterner Running Gag). Später kam Boney M. mit Mary´s boy child dazu, mein Favorit war immer der Little Drummerboy und bei Tochter des Zion singe ich noch immer falsch und laut mit.

Ach ja, und in der Weihnachtsbäckerei gab´s ne riesige Kleckerei. Ohrwürmer allenthalben und jeder summte, pfiff oder trällerte mit. Ohne Rücksicht auf Stimmlage und Musikalität, bzw. nicht vorhandene solche...

Auch meine Porchetta ist mit Musikuntermalung entstanden. Laut vorgetragen. Von mir.

Das arme Schwein.

Apropos Schwein. Hier die Zutaten für eine mittelgroße Porchetta (Ja, es geht immer noch größer):

2,7 kg Schweinebauch, entbeint 

4 Zwiebeln

6 Knoblauchzehen

3 Karotten

3 EL Öl

Abrieb von 1 Bio-Orange

1 TL Fenchelsamen

4 Rosmarinzweige

1/2 Bund Basilikum

1/2 Bund glatte Petersilie

1/2 Bund Thymian

1/2 Bund Oregano

4 Lorbeerblätter

1 TL grüne Pfefferkörner, getrocknet

1 Langpfeffer

Salz

1 Liter kräftige Fleischbrühe

1 kräftiger Schuß Portwein

ausserdem Küchengarn

und möglichst ein zweites Paar Hände...


  • den Schweinbauch habe ich schon entbeint gekauft, die Knorpel läßt der Metzger aber meist drin, also müssen die nun vorsichtig entfernt werden
  • fertig parierten Schweinebauch mit der Schwarte nach oben auf eine rutschsichere Unterlage legen und die Schwarte in ca. 1cm breiten Abständen mit einem sehr scharfen Messer von langer Seite zu langer Seite einschneiden, ohne die Fleischschicht dabei zu verletzen, soll heißen: nur die Schwarte schneiden!
  • fein geschnitte Zwiebel und 4 gequetschte Knoblauchzehen in Öl andünsten, dann Nadeln von zwei Rosmarinzweigen, Blättchen vom 4 oder 5 Thymianzweigen, Zwiebelgemisch samt Öl, Fenchelsamen, Orangenschale, den ganzen Oregano und die Petersilie mit Langpfeffer, grünen Pfefferkörnern, 2 rohen Knoblauchzehen, 1 TL Salz und Fenchel entweder im Mörser, oder in der Küchenmaschine zu einer Paste verarbeiten
  • Schweinbauch nun möglichst mittig in zwei flache Schichten schneiden, ACHTUNG: nicht ganz durchschneiden, wir wollen einen sogenannten Schmetterlingsschnitt, um eine dünnere, große Fleischfläche zu erhalten
  • Fleisch auf der Aussenseite salzen, dann aufklappen und auch auf der Innenseite salzen
  • Innenseite gleichmäßig mit der Kräuterpaste bestreichen
  • nun das Fleisch mit der Kräuterseite nach innen möglichst straff zu einer Roulade rollen, am Schluß soll die Schwarte aussen und oben liegen
  • Backofen auf 220° Ober-/Unterhitze vorheizen

Jetzt kommt das zweite Paar Hände (hier die meiner Mama) zum Einsatz:

  • die Porchetta mit Küchengarn in Form binden (ein hilfreicher Zeigefinger auf dem Knoten ist da Gold wert!)
  • Karotten, restliche Zwiebeln und Knoblauchzehen schälen und halbieren
  • Porchetta rundum mit restlichem Öl einreiben
  • zusammen mit dem Gemüse und den restlichen Kräutern in einem großen Bräter platzieren
  • Brühe angießen und dann bekommen Köchin und Braten jeweils einen kräftigen Schluck Portwein ab. Warum? Weil Weihnachten ist und es sich dann gleich noch lockerer singt. Also ich, nicht der Braten.
  • Bräter mit Deckel schließen und für 2 Stunden in den Ofen schieben
  • wenn die Kerntemperatur von 80° erreicht ist, geht es an den Feinschliff, sprich, die Kruste: dazu 1 TL Salz in 1 Tasse Wasser auflösen
  • Porchetta aus dem Bräter auf den Ofenrost heben und ein Blech darunter schieben
  • Grillfunktion des Backofens zuschalten, Schwarte mit Salzwasser einpinseln und die Porchetta wieder in den Ofen schieben
  • ACHTUNG: Das kann jetzt echt schnell gehen - mein Exemplar ist fast schon zu dunkel, obwohl ich dabei geblieben bin! Ein-, zweimal drehen, bis die Schwarte sprichwörtlich kracht - dabei immer mal wieder mit dem Salzwasser einpinseln
  • wenn die Schwarte rundum knusprig ist, darf die Porchetta raus aus dem Ofen und ein halbes Stündlein ruhen, ehe sie serviert wird
  • den Saucenfond im Bräter durch ein Sieb in einen Topf gießen, die Kräuter heraus nehmen und das Gemüse durch ein Sieb zurück in die Sauce passieren - wer mag, stellt die Sauce kalt und entfettet sie dann
  • Sauce nach Belieben mit etwas Mehlbutter andicken, abschmecken und zur Porchetta servieren
  • Oooooder: Porchetta abkühlen lassen, schneiden (bei der Kruste braucht es ein Sägemesser) und auf Ciabatta servieren

Ihr Lieben, habt einen schönen Advent und ein paar ruhige, erholsame Festtage! Vergeßt nicht, jeden Tag beim Kulinarischen Adventskalender vorbei zu schauen und vor allem, macht es Euch schön, singt ein Liedlein und genießt die Zeit! Ach übrigens, ich hab noch ein Geschenk für Euch:

 

Laaaast Christmas, I gave you my heart
But the very next day you gave it away
This year, to save me from tears
I'll give it to someone special...

Na, ist der Ohrwurm angekommen und hat sich eingegraben? Nichts zu danken! Gern geschehen!

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Kommentare: 12
  • #1

    zorra vom kochtopf (Dienstag, 10 Dezember 2019 09:04)

    Wow, saugeil dein Porchetta! Da würde ich auch gerne heimlich dran säbeln. Und danke auch für die Ohrwürmer, nicht. ;-)

  • #2

    Jenny (Dienstag, 10 Dezember 2019 09:18)

    Oh, das kenne ich nur zu gut, da bereitet man stundenlang leicht angeschickert Essen vor und will eigentlich tagelang davon zehren und dann verschwinden ganz still und heimlich nach und nach die Werke in den Bäuchen der Weihnachtshungrigen...

  • #3

    Susanne (Dienstag, 10 Dezember 2019 12:36)

    Das sieht ja megalecker aus, mal schauen, ob ich im neuen Jahr die helfenden Hände habe. Den Schweinebauch krieg ich bestimmt von unserer Fleischerei im Dorf.

    Herzliche Grüße
    Susanne

  • #4

    Kathrina (Dienstag, 10 Dezember 2019 21:17)

    Da läuft mir das Wasser im Mund zusammen. Das sieht so lecker aus, dass ich in Versuchung komme unsere Familientraditionen im Bezug auf das Weihnachtsessen über den Haufen zu werfen. Und die Aussicht mit einem Glas Punsch singend um den Baum zu tanzen hat auch was :-)
    Liebe Grüße,
    Kathrina

  • #5

    Tina von Küchenmomente (Mittwoch, 11 Dezember 2019 07:18)

    Liebe Simone,
    als ich als ich bei den Weihnachtsliedern angekommen bin, habe ich sofort gedacht: Wie, sie hört KEIN Last Christmas??? Deshalb musste ich wirklich schmunzeln, als ich bis zum Ende gelesen habe ;-) . Die (oder der?) Porchetta sieht mal so richtig lecker aus - bei uns würden die Ciabattas am nächsten Tag auf jeden Fall nichts mehr davon als Belag bekommen... Ein wirklich schöner Beitrag.
    Vorweihnachtliche Grüße
    Tina

  • #6

    Silke Brock (Mittwoch, 11 Dezember 2019 15:56)

    Liebe Simone, das liest sich sehr lecker.
    Ich glaube, damit ist die Frage,was ich am 1. Weihnachtstag koche, gelöst.��

  • #7

    Simone von zimtkringel (Mittwoch, 11 Dezember 2019 20:39)

    Hach, ich freu mich gerade richtig, dass so viele Lust auf meinen klitzekleinen Monsterbraten bekommen haben! Ich habe sogar schon Bilder vom nachgebrutzelten Schweinchen von einem netten Menschen aus Niedersachsen geschickt bekommen!
    Freu, freu, freu! Ach ja und: Laaaaaaaaaaaaaaaaaast christmas. dideldumdideldei!

  • #8

    Britta von Backmaedchen 1967 (Donnerstag, 12 Dezember 2019 20:57)

    Liebe Simone,

    mir läuft gerade der Sabber im Mund zusammen, von deiner Porchetta würde ich mir jetzt zu gerne ein Stück abschneiden. Heute Nacht liege ich jetzt auf jeden Fall im Bett und dudel wahrscheinlich im Schlaf die ganzen von dir aufgezählten Weihnachtslieder. Ich könnte aber auch die Schallplatte von Heintje auflegen heidschibum...die habe ich tatsächlich mal beim Weihnachtsschrottwichteln gewonnen.

    Liebe Grüße
    Britta

  • #9

    conny@meinwunderbareschaos.de (Samstag, 14 Dezember 2019 11:34)

    Liebe Simone,
    mir läuft das Wasser im Munde zusammen! Hier ist noch keine Entscheidung übers Festtagsmenü gefallen, aber ich bin mir sicher, wenn ich Herrn B. Deine Fotos von diesem Schätzchen hier zeige, dann beschleunige ich die Entscheidungsfindung wesentlich. Ganz großes Feiertags-Kino!
    Herzlichst, Conny

  • #10

    Franziska (Montag, 16 Dezember 2019 21:18)

    Liebe Simone,

    bis zu dem Unlied, war eben alles ok. *lachend die Sabberspur entferne* Du hattest hoffentlich drei angenehme Adventssonntage und weiter viel gesungen! Bei uns ging es auch immer querbeet zu, da war Freddy Quinn dabei, bissel Klassik, und hej, ABBA und Queen sind ein Must have! Anders formuliert: Du hast mich mal eben 20 bis knapp 40 Jahre zurückgeschmissen. Kindheitserinnerungen an eine in Kochdämpfe gehüllte Küche, viel Emsigkeit und den einen oder anderen Braten.

    Hab eine schöne Vorweihnachtszeit!

    Liebe Grüße
    Franziska

  • #11

    Simone von zimtkringel (Donnerstag, 19 Dezember 2019 08:00)

    Hallöchen Ihr Lieben, allen voran die singende, swingende, klingende Franziska: Gerade dudelt zum zigten Mal Last Christmas im Radio und das schon am frühen Morgen, an dem ich eigentlich normalerweise eher Ruhe vorziehe. Aber was soll´s! Endspurt!
    Noch ein paar Tage, dann ist der vorweihnachtliche Irrsinn auch wieder durch (und ich meine dabei weniger die Dudelmusik!). Dann stellen sich vielleicht für ein paar Augenblicke Ruhe ein.
    Ehe der Silvesterirrsinn beginnt, der dann fast nahtlos in Faschingsgedudel übergehen wird. In diesem Sinne geb ich einen Nachschlag:
    Miiiiiiir fliegen gleich die Löcher aus dem Kääääääse, denn jetzt fängt sie an, die Polonääääääääääääääääääääääääääääääse. Humbahumbahumbatätärääääää!
    Hihi. Macht es Euch schön!
    Grüßle
    Simone

  • #12

    Caroline | Linal's Backhimmel (Mittwoch, 25 Dezember 2019 17:35)

    Oh ja, Rezepte die sich quasi von selber Kochen, sind für Weihnachten wirklich Gold wert. Vielen Dank für dein leckeres Rezept!
    Weihnachtliche Grüße
    Caroline