Butterzopf mit Lievito madre

Was Ankezüpf ist, brauche ich den Schweizern nicht erst zu erklären und für alle anderen habe ich hier schon vor geraumer Zeit die traditionelle Version vorgestellt.

Seit einigen Monaten halte ich zwei neue Haustierchen: Roggensauerteig und Lievito madre aus Weizenmehl und ja, ich hab Spaß daran! Weil ich heute mal gerade Zeit habe, es verwerflicherweise Suppe ganz ohne Fleisch geben wird und der Schweizer hier im Haus deshalb ein kleines Trostleckerli braucht, backe ich heute also Ankezüpf. Und weil ich gerne experimentiere, kommt Lievito madre und dafür weniger Hefe rein!

Zutaten für einen kleineren Zopf (klein ist, wie es sich im Laufe der Gehzeit heraus stellte, eher relativ! Die Lievito madre-Hefe-Kombi hat einen Monsterzopf daraus gemacht!):

 

500g Weizenmehl Type 550

100g Lievito madre

250ml Milch

10g Frischhefe

80g weiche Butter

je 1 TL Salz und Zucker

1 Ei

Mehl für die Arbeitsfläche

1 Eigelb und Milch für den Glanz

 

Alle Zutaten in der Küchenmaschine gut verkneten und den Teig dann in einer zugedeckten Schüssel zwei bis drei Stunden gehen lassen.

Dann auf ein leicht bemehltes Brett kippen, noch einmal falten, in zwei gleiche Teile teilen und zu Strängen formen, die in der Mitte dicker sind und  zu den Enden hin dünner auslaufen.

Wer kann - und ich gebe es zu, ich stelle mich noch immer doof dabei an - flicht nun einen Zopf aus zwei Strängen, also vier Enden. Bei der Anleitung zum Originalzopf habe ich auch eine Videoanleitung dazu verlinkt.

 

Den geflochtenen Zopf auf ein mit Backpapier belegtes Blech hieven und dort am besten diagonal platzieren. Mit einem Tuch bedecken und noch einmal eine Stunde gehen lassen.

Danach sollte er in etwa so aussehen.

 

Hm, sieht man jetzt, dass er im Vergleich zum Bild oben dank der Lievito madre monstermäßig aufgegangen ist? Ich bin mir nicht sicher, aber Ihr müßt es mir jetzt eben einfach mal glauben.

 

Mit in Milch verrührtem Ei bepinseln und ca. 40 Minuten im auf 200° bei Ober- und Unterhitze vorgeheizten Backofen goldbraun backen.

 

Auf einem Gitter auskühlen lassen und genießen.

 

Hier übrigens mit einer Maronisuppe. Oder für alle, die meiner Suppe misstrauen - ich will hier ja niemanden genauer anschauen - mit der beliebten Nussnougatcreme. Seufz.

 

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es nun an der Lievito madre, oder meiner schlampigen Flechttechnik liegt, aber hier seht Ihr beide Versionen, links einen 1kg-Zopf ohne Lievito madre und rechts den Zopf mit nur 500g Mehl und 100g Lievito madre im Vergleich. Beide habe ich gebacken, beide schmecken buttrig, wobei die LM-Variante deutlich mehr aufgegangen ist und dadurch unförmiger wurde, aber auch luftiger war. Schöner ist auf jeden Fall die Originalvariante, aber fluffiger die Version mit Lievito madre.


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