Jahresrückblick Foodblogbilanz 2025

Der traditionelle Jahresrückblick der Foodblogger

Das Jahr 2025, so anders als alle anderen Jahre es auch für uns hier in zimtkringeltown war, ist fast vorbei. Fast hätte ich gesagt, püh, geschafft!

Zeit, ein wenig Normalität einkehren zu lassen und eine liebe alte Tradition zu pflegen: Traditionell nehmen wir auch diesmal zum Jahreswechsel wieder am kulinarischen Jahresrückblick für Foodblogger und Foodbloggerinnen, der Foodblogbilanz teil.

Wie bereits seit einigen Jahren laden die netten Menschen von Feed me up before you go-go dazu ein, auf unser Bloggerjahr zurückzublicken.

Wie immer dreht sich bei diesem jährlichen Blog-Event alles um die immer gleichen acht Fragen, die sich die Erfinderin der Foodblogbilanz vor inzwischen zwölf Jahren ausgedacht hat. Für uns eine willkommene Gelegenheit, alles noch einmal Revue passieren zu lassen, für Euch hoffentlich ein wenig Unterhaltung, der Euch vielleicht die Wartezeit auf Fondue, Sekt und Feuerwerk verkürzt. Habt Spaß!

Erst starten wir aber mit den acht Fragen und meinen mal wieder sehr ausführlichen Antworten:

1. Was war 2025 dein erfolgreichster Blogartikel?

 

Aaaaaaah, als jemand, die sich nur einmal im Jahr, nämlich genau zu eben diesem Jahresrückblick so richtig mit Blogstatistik beschäftig, werde ich doch immer wieder überrascht.

Also nicht vom erfolgreichsten Artikel des Jahres.

Das ist nämlich auch diesmal wieder, wie schon in manchen Vorjahren, der kleine Käsekuchen mit Aprikosen. Weiß der Himmel, warum der irgendwann fast schon viral ging und sich bis heute hält. 

Nun habe ich aber gerade festgestellt, dass ein Rezept aus 2018 (!) in diesem Jahr dem Käsekuchen fast den Rang abläuft. What? Why?

Ok, der magische Zauberbegriff scheint hier Airfryer zu sein. Leute, baut irgendwo den Begriff Airfryer oder Heißluftfritteuse ein und landet ein Klickwunder!

Vor Zeiten habe ich mal schnelle Paprika-Antipasti aus dem Airfryer gebastelt und eben dieses uralte, pupsige 08/15-Rezept wurde in den letzten zwölf Monaten im sehr hohen fünfstelligen-Bereich aufgerufen.

Echt jetzt, Leute? Warum? Da müht man sich mit manchen Artikeln ab und baut Kulissen und bekommt dafür ein paar lausige Klicks. Dann knipst man nach Feierabend schnell zusammengeklöppeltes Gemüse und Bämmmmm! Nun bin ich schon so viele Jahre online unterwegs, aber ich verstehe die Dynamik anscheinend noch immer nicht. 

2. Welche drei deiner eigenen Blogartikel aus diesem Jahr haben dir persönlich am meisten bedeutet?

 

Rückblickend eigentlich alles, was wir zusammen mit meiner Mama genossen haben. Allem voran der Himbeer Gin Tonic, von dem wir drei an einem lauen Mai-Sonntag auf ihrer Terrasse einen ganze Pitcher ausgetrunken haben und nach dem nicht nur ich ein Mittagsschläfchen machen musste. 

Ich persönlich mochte sehr gerne die Dill Parker House Rolls, die so herrlich nach Dill schmecken und die ich gegessen habe, bis mir der Hosenbund spannte... und von denen ich ganz viele für mich alleine hatte. 

Der Rest der Family fand sie nämlich ziemlich schrecklich. Es stellte sich heraus, dass meine Vorliebe für Dill hier im Haus nicht von allen (von keinem eigentlich) geteilt wird.

Und zu guter Letzt hatten wir ziemlich viel Spaß und nachher auch viele lustige Zuschriften, als wir Riz Casimir gezeigt haben. Dieses Rezept entstand in Gemeinschaftsarbeit mit Thomas, denn es ist eine Erinnerung an seine Kindheit in der Schweiz. Riz Casimir sieht extrem nach den 70er-Jahren aus, schmeckt wirklich hervorragend und wie es sich zeigt, gehört es wohl zur kulinarischen Erinnerung vieler Menschen in unserem Alter. So viele Zuschriften hatten wir selten. Und nicht nur aus der Schweiz. Bis aus Kanada kamen dazu Rückmeldungen. 

3. Und welche drei aus anderen Blogs haben dich am meisten inspiriert?

 

Haaa, ich bin ja so ein Doof, der fast nie bei anderen Bloggern rein schaut. Mir reicht einfach die Zeit nicht und ich bin noch dazu furchtbar faul, was das angeht. Um dem ein wenig abzuhelfen bin ich jedoch fast regelmäßig beim genialen Blogevent Koch mein Rezept dabei und durfte in diesem Jahr sowohl Bettina von homemade&baked besuchen, bei der ich mir das Rezept für Super einfache No Knead Focaccia mit Tomaten, Zucchini und Knoblauch  ausgeliehen habe, als auch bei Petra von Chili und Ciabatta, bei der ich Barraquito, eine Kaffespezialität aus Teneriffa entdeckt habe. Als Nummer drei nenne ich an dieser Stelle ja seit Jahr und Tag Zorra mit ihren vielen Blogevents - hier seht Ihr nur als ein Beispiel das Banner zum Synchronbacken. Zorra organisiert auf ihrem Blog 1xumrühren bitte aka KOCHTOPF regelmäßig Events und gibt uns Foodbloggern damit eine Plattform und auch einen Spielplatz. Bei ihr feiere ich deshalb kein spezielles Rezept, sondern vielmehr die ganze Mühe, die sie seit Jahren auf sich nimmt, um uns Blogger zusammen zu bringen.

4. Welches der Rezepte, die du 2025 veröffentlicht hast, hast du selbst am häufigsten gekocht – und warum?

 

Hm, das dürfte wahrscheinlich meine Bolo, die eigentlich gar keine echte Bolo ist, sein. 

Warum? Weil mich Nudeln mit Soß einfach glücklich machen. Warum noch? Weil sie so schön einfach sind und nach Feierabend mühelos auf den Teller kommen. Und warum dann noch?

Naja, sagen wir mal so, oft wäre die Alternative der Bringdienst und es ist mir peinlich, dass uns die Fahrer der Pizzataxis schon mit Vornamen ansprechen...

Nä, gelogen. Wenn es um Essen geht, ist mir eigentlich nix peinlich. 

Pasta Bolo ist eben einfach gut.

 

5. Welches Koch- oder Blog-Problem hat dich 2025 beschäftigt? Und hast du es gelöst?

 

Große Aufregung löste im Frühjahr 2025 die Anfrage eines Senders aus, ob ich nicht Lust hätte, kochend in einer Sendereihe über regionale Küche zu erscheinen. 

Es sollte ganz locker werden, so sagte man mir.  

Nach kurzer Überlegung und Rücksprache mit dem Management aka dem Gatten sagte ich zu. 

Und dann kamen die Vorgaben: Vom Studio, das ich als Drehort annahm, wollte man doch lieber samt Kamerateam in meine heimische Küche umziehen, diese sollte dann bitte so und so aussehen, das vorgestellte Rezept so, Beleuchtung so, Text bitte so, man wollte auch im Dorf filmen und vielleicht die Nachbarschaft einbeziehen. Ich hatte den Eindruck, ich sollte die Landfrau geben, statt der Vollzeitbuchhändlerin und Teilzeitbloggerin. "Sie arbeiten nebenher? Och..." Die Familie sollte mit ins Bild, vielleicht müßte man die Küche dann doch etwas umbauen... und ich merkte ziemlich schnell, dass mir das zu viel wurde. Große Ehre, ein öffentlich rechtlicher Sender wollte mir Sendezeit geben... und ich Doofi hatte plötzlich keine Lust mehr. Und dann habe ich es tatsächlich gemacht: Ich habe auf mein Bauchgefühl gehört und mit etwas schlechtem Gewissen, aber dennoch aus Überzeugung abgesagt. Man war not amused. 

Wahrscheinlich habe ich damit meine einzige Chance auf zehn Sekunden Ruhm vertan. Und so wurde ich halt nicht die Königin des Vorabends. Und wisst Ihr was? Es ist gut!

6. Was war deine größte kulinarische Neuentdeckung dieses Jahres – welches Lebensmittel, welches Rezept, welche Küchentechnik, welcher Geschmack hat dir eine völlig neue Welt eröffnet?

 

Gut, eine völlig neue Welt nicht, aber eine neue Einkaufsmöglichkeit, die mir immer neue Perspektiven liefert und die ich sehr schätze: In relativer Nähe wurde ein neuer Indischer Supermarkt eröffnet. Mitten bei uns in der schwäbischen Pampa. Viele der Lebensmittel kenne ich zwar schon, lustig ist aber, dass der Ladenbesitzer sich immer so freut, wenn ich Produkte im Einkaufskorb habe, die er sonst nur an seine Landsleute verkauft. Dann kommt immer ein Quiz in drei bis zehn Fragen, um zu ermitteln, ob ich denn wirklich weiß, was ich da einkaufe und netterweise oft auch Tipps, was ich noch damit machen könnte. Das macht mir Spaß und oft genug kommen dann neue, bunte Rezepte dabei heraus. Neulich gab es zum Beispiel eine Rote Beete Raita , bei der ich zum ersten Mal überhaupt frische Curry Leaves verarbeitet habe. Und Papadums dazu. Sehr bunt und sehr lecker!

Ha, und jetzt, kurz vor knapp, da das Christkind mir das Wunderding unter den Baum gelegt hat, entdecke ich die Möglichkeiten eines Multikochers, aka des Instant Pots und bin wie immer von neuer Technik fasziniert. Da ich mich momentan aber noch viel zu wenig auskenne, verschiebe ich den Bericht darüber wohl auf die Bilanz 2026.

7. Was war der beste (oder lustigste) Suchbegriff, über den Besucher*innen auf deinen Blog gekommen sind?

 

Naja, an sich verfolge ich das nicht wirklich. Was mir aber alle Jahre wieder hängen bleibt, sind Anfragen und Zuschriften, die bei mir landen. Und, um das mal ganz klar zu sagen, ich freue mich über jede und jeden, der interagiert. 

Ich freue mich, dass ich viele sehr nette Rückmeldungen bekomme, teils als Kommentar unter den einzelnen Artikeln, teils als Mail und manchmal auch ganz persönlich und privat. Manchmal frage mich aber auch, was Menschen wohl zu so manchen Reaktionen bewegen mag. Mich erstaunt rückblickend auf 2025 noch immer der echt engagierte Herr, der es auf sich genommen hat, für eine ganze Reihe meiner Rezepte explizit ausgearbeitete Portionsgrößen komplett mit Kalorienangabe zu schreiben und mir die im Wochentakt zu schicken. Übrigens immer mit tadelnd erhobenem virtuellen Zeigefinger und jeweils mit der recht resolut vorgetragenen Anweisung, das zu posten. Und bitte flott. Mansplaining at its finest, würde ich sagen. Ich fand es in erster Linie erstaunlich, denn sowas auszurechnen ist ja durchaus Arbeit. Aber gut. Jeder, wie er mag. Ich bedanke mich ausdrücklich dafür. Danke aber Danke nein.

8. Was wünschst du dir und deinem Blog für 2026?

 

Nach einem sehr ereignisreichen Jahr, das weit ins neue Jahr und wahrscheinlich darüber hinaus nachwirken wird, wünschen wir uns für 2026 in erster Linie die Möglichkeit, in Ruhe und Frieden vor uns hin blubbern zu können: 

Bissele kochen, bissele fotografieren, bissele essen, neue Dinge ausprobieren und darüber schreiben. 

Es möge Ruhe einkehren und damit die Möglichkeit, sich wieder in der eigenen Geschwindigkeit und ohne ständigen Termindruck aufs Wesentliche der Foodbloggerei zu konzentrieren.

So sollte das sein. Das wünschen wir uns. 

Und das wünschen wir Euch: Ein frohes, gesundes und friedliches Jahr 2026. Bleibt gesund und macht es Euch schön. Kocht, esst, lebt, habt Spaß, wie es Euch gefällt. Wir hoffen, dass wir dazu auch im neuen Jahr wieder einen kleinen Beitrag liefern können. 

Und hier findet Ihr die Bilanzen der Kolleginnen und Kollegen: 

Barbara von Barbaras Spielwiese

Martha von Bunte Küchenabenteuer

Bettina von homemade & baked

Maja von Moey`s Kitchen

Gabi von USA kulinarisch

Michael von LaPâtisserie

Wilma von Pane-Bistecca

Regina von Bistro Global

Isabelle von Das ÜberSee-Mädchen

Jenny von Jenny is baking

Martina von Ninamanie

Doc.Eva von dental food

Steffen und Sabrina von Feed me up before you go-go

Laura von Aus Lauras Küche

Kerstin und Klaus von Kakao & Karotte

Manuela von Vive la réduction!

Bianca von Elbcuisine

Julia von Löffelgenuss

Volker von Volkermampft

Susanne von Magentratzerl

Susan von Labsalliebe

Sylvia von Brotwein

Zorra von 1xUmrühren aka Kochtopf

Birgit von Birgonia

Kathrina von Küchentraum & Purzelbaum

Karin und Torsten von wallygusto


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Kommentare: 4
  • #1

    Isabelle alias das ÜberSee-Mädchen (Montag, 05 Januar 2026 23:41)

    Liebe Simone, spannend, dass auch bei dir 2025 das Fernsehen angeklopft hat - doch schade, dass es keine gute Erfahrung wurde. Das war wohl ein ganz anderes Format als bei mir, denn bei mir gab es gar keine Vorgaben und der Ablauf war sehr unkompliziert. Ich musste "nur" etwas über meinen Schatten springen, doch das hat sich gelohnt und Spaß gemacht. Ansonsten unterschreibe ich deinen Wunsch nach bissle in Ruhe und Frieden vor sich hin werkeln und wünsche dir gutes Gelingen dabei :) LG vom Bodensee

  • #2

    Franziska (Donnerstag, 08 Januar 2026 12:56)

    Liebe Simone,
    ein frohes Neues Jahr auch euch! Und möge der Her rmit seinen gezählten Kalorien bitte zum Bird Monitoring wechseln. Da benötigen wir jede Menge Leute!

    Am besten gefällt mir, daß Du eine Grenze gezogen hast. Wo, wenn nicht in Deiner eigenen Küche, könnte das Wesen Simone erfaßt werden? Warum solltest Du das nach fremden Wünschen ändern? Und, unter uns: Bei mir bist Du eine Berühmtheit. Ohne umgebaute Küche und andere Sonderwünsche.

    Liebe Grüße aus Freiburg, bei dem der Wettergott noch nicht genau weiß, ob Schnee, Tauwetter oder anderes besser wäre

    Franziska

  • #3

    Laura (Donnerstag, 08 Januar 2026 19:34)

    Was für eine herrliche Geschichte mit dem Kalorien-Kommentator! Und einen indischen Supermarkt haben wir auch um die Ecke, das ist wirklich eine Bereicherung.
    Hab ein wundervolles und fröhliches neues Jahr - und ganz vielen Dank für deine Geschichten und Anekdoten, die lese ich immer mit besonders großer Freude.
    Liebe Grüße
    Laura

  • #4

    Julia vom Löffelgenuss Foodblog (Sonntag, 11 Januar 2026 21:04)


    Liebe
    bei deiner Geschichte über den geplanten Fernsehdreh musste ich schmunzeln. Ich stand vor vielen Jahren vor einer ganz ähnlichen Situation. Allerdings blieb es dabei, dass wir in einem Studio gekocht haben. Ich war mega aufgeregt, gemeinsam mit Björn Freitag vor der Kamera zu stehen. Wäre das bei mir zu Hause gewesen, hätte ich aber auch abgesagt. Aufs Bauchgefühl zu hören, ist meist nicht verkehrt.
    Alles Gute für 2026!
    Liebe Grüße
    Julia