Dreikönigstag in Schwaben. (Ja, liegt auch ein wenig zurück.) Jedenfalls ist das bei uns ein Feiertag, der dieses Jahr allerdings gleich mal mit Schneeräumen rund ums Haus begonnen hatte. Es war kalt!
Das ließ mich bereits am frühen Morgen, Besen in der Hand und schneekehrende, überaus mitteilsame Nachbarn um mich herum, überdenken, was das wohl küchentechnisch bedeuten würde.
Ganz nebenher war natürlich auch noch spannend, was der Kühlschrank am Feiertag so hergab.
Gut, so ganz ungeplant war das Küchenabenteuer natürlich nicht. Selbst ich habe nicht mal aus Versehen ein Paket mit Rindersuppenfleisch im Kühlschrank herumliegen.
Der Gatte liebt die Flädlessuppe unseres Landgasthofes, der in Gehweite vom frisch schneegeschippten Wohnhaus liegt. Deshalb sind wir da auch ab und zu zu finden. Ich mag alles, was sich in einer echten schwäbischen Hochzeitssuppe findet, also kleine Suppenmaultäschle, Grießklößchen und Markklößchen. Auch die Hochzeitssuppe steht in der "Linde" immer mal wieder auf der Tageskarte. Was die Suppen und Saucen dort aber ganz besonders auszeichnet, ist die Qualität der Fleischbrühe bzw. des Rinderfonds, der als Basis dient.
Rinderfond ist eine kräftige, konzentrierte Brühe, die durch langsames, stundenlanges Auskochen von vorher oft angerösteten Rinderknochen, Fleischresten und Gemüse entsteht. (Erklärmodus aus.)
Tja, wie gesagt, es war Feiertag, der Schnee war geräumt, ich hatte nicht vor, noch einmal raus zu gehen. Deshalb machte ich mich an die Produktion eines großen Topfes feiner Rinderbrühe, auf dass der Gatte am Abend ein Süppchen schlürfen könne. Bei uns wurde es nicht ganz so aufwendig und es sollte auch etwas schneller gehen, als in der Gastroküche. Bei mir kam mal wieder der Instant Pot zum Einsatz. Und ich habe geschummelt und die Suppeneinlagen fertig gekauft. Ein Hoch auf schwäbische Kulinarik für Faule! Ich weiß natürlich, wie man die einzelnen Komponenten herstellt. Weiter unten findet Ihr dazu auch Links. Aber hey, in Schwaben haben wir das Glück, dass die feinen kleinen Suppenteilchen im Supermarkt, ja sogar im Discounter im Kühlregal zu finden sind.
für einen ordentlichen Pot:
1 kg Rindersuppenzutaten, hier bestehend aus einer großen Beinscheibe, drei Markknochen und einem Stück Suppenfleisch
2 große Zwiebeln
2 große Knoblauchzehen
2 große Karotten
2 Stangen Staudensellerie
2 Lorbeerblätter
3 Pimentkörner
1 TL schwarze Pfefferkörner
3 Liter Wasser
1 EL Essig
Petersilie
ausserdem Flädle, kleine Suppenmaultaschen, Grießklößchen und Markklößchen, fertig gekauft
Wie klassische Suppe im Topf geht, konnte man hier ja schon diverse Male nachlesen, unter anderem so.
Heute nun also die Version aus dem Dampfdrucktopf aka Instant Pot:
- Beinscheiben und Knochen etwas abbrausen, damit lose Knochensplitter entfernt sind, dann trocken tupfen
- Gemüse schälen bzw. putzen und in grobe Stücke schneiden
- wenn Ihr es ganz intensiv mögt, legt Knochen, Beinscheibe, Möhren, Zwiebeln auf ein Backblech, salzt und pfeffert alles und röstet es im Backofen auf mittlerer Schiene bei 180° ca. eine halbe Stunde an
- ich hatte keine Lust, den mit Blechen vollgestellten Backofen auszuräumen, deshalb habe ich den Instant Pot auf der Sauté-Stufe heiß werden lassen und das ganze Fleisch, Knochen und Beinscheibe mit dem Knoblauch und der Zwiebel ohne Zugabe von Fett von beiden Seiten angebraten
- Essig, Lorbeerblätter, Pfeffer, Piment, Karotten und Sellerie dazu geben
- mit 3 Litern Wasser aufgießen und noch einmal kräftig salzen und pfeffern
- Instant Pot schließen und das Dampfventil auf kochen stellen, dann auf das Druckprogramm stellen und 80 Minuten unter Druck kochen
- nach Ende der Kochzeit aus stellen und den Dampf natürlich abbauen lassen - das dauert locker weitere 30 Minuten
- wenn sich das Dampfventil von selbst gesenkt hat, vorsichtig öffnen
- Fleischstücke und Knochen herausfischen, Knochenmark, sofern vorhanden, in die Suppe zurück geben, Fleischstücke entweder in Stücke schneiden, oder - nach der Zeit im Drucktopf wahrscheinlicher - einfach zerteilen und wieder in die Suppe geben
- Suppenmaultäschle, Grieß- und Markknödel zufügen und auf der Stellung Sauté ca. 10 Minuten leicht blubbern lassen
- noch einmal abschmecken. Genug Salz? Genug Pfeffer?
- Petersilie waschen und hacken
- spätestens jetzt solltet Ihr die salzigen Pfannkuchen für Flädle backen. ... oder wie ich hier die Packung Fertigflädle öffnen
- zum Servieren kommen die Flädle portionsweise in den Teller und werden mit der heißen Brühe aufgegossen... oder üppig Suppeneinlagen in den Teller geschöpft... oder beides! Was soll der Geiz?
Uns Schwaben sagt man ja immer die Sparsamkeit nach... Seid sicher, beim Essen sparen wir nicht!
- mit Petersilie toppen und bei uns muss natürlich immer, immer, immer Maggi auf dem Tisch stehen
- genießen!
Schmeckt gu, macht warm, sodele!

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