Laugenkäsestangen

schwäbisches Vesper: Laugenkäsestängen

Die geniale Foodblogger-Sammlung all you need is... geht nach nunmehr zwei Jahren leider zu Ende.

Als letzten Akt haben sich die Organisatorinnen eine große Runde durch die Themen der letzten Monate und Jahre gewünscht.

So findet Ihr heute auf den teilnehmenden Blogs eine bunte Mischung köstlicher Rezepte einmal quer durch die Küche. Die beachtliche Linkliste findet Ihr ganz unten am Ende des Artikels.

 

Ich habe mir das Thema Brotzeit aus dem Juni 2019 ausgesucht und zeige Euch, woran sich Schwaben laben.

Nur, dass es bei uns nicht Brotzeit heißt.

Bei uns gibt´s a reachts Veschber!

Tja liebe Menschen, zimtkringel-Town liegt mitten in Schwaben und so wird es Insider auch nicht verwundern, dass hier in regelmäßigen Abständen Laugengebäck auf den Tisch kommen muss.

 

Kernverbreitungsgebiet der Brezeln, Laugenstangen und Laugenweckle ist der deutschen Süden und Österreich und auch in der deutschsprachige Schweiz findet man die Backwaren regional begrenzt unter der Bezeichnung Silserli oder Silserbrot in den Auslagen der Bäckereien.

Natürlich bilden wir Schwaben uns ein, im Mittelpunkt der Brezelmacht zu leben, geht doch die Legende, der Uracher Bäckermeister Frieder hätte die erste Laugenbrezel 1477 versehentlich erfunden.

 

Tatsache ist, dass kleine Schwaben früher wie heute mit einer Brezel in der Hand aufwachsen - mal von der Reiswaffelfraktion abgesehen - und dass nach wie vor Care-Pakete mit Laugengebäck ins brezellose In- und Ausland verschickt werden, um Exilschwaben mit diesem Lebenselexir zu versorgen.

 

Klar, dass es bei zimtkringel schon Rezepte zum Thema gibt. Guckt mal hier: Laugenecken, Laugenbaguette, Laugenweckle, Laugengebäck zum Synchronbacken.

 

Heute kommt nun eine meiner liebsten Varianten aufs Backblech: Laugenstangen, bzw. Laugenkäsestangen. Ich liebe die Dinger!

für 10 Stangen:

500 g Weizenmehl Type 550
1 1/2 TL Salz
1 TL Honig
10 g Frischhefe
50 g Butter, weich
150ml Milch

150ml Wasser
ca. 150g geriebenen Emmentaler

1 EL grobkörniges Salz, zum Bestreuen (z.B. gemahlenes Steinsalz, hier in Schwaben gibt es extra Brezelsalz zu kaufen)
und natürlich Lauge (ich verwende hier extra Brezellauge, die es bei uns in jedem Mühlenladen oder Backversand zu kaufen gibt. Eine einfache Anleitung für die geläufigere Variante mit Natron und Wasser findet Ihr beim Rezept für Laugenweckle.)


  • Mehl, Salz, Butter in die Schüssel der Küchenmaschine geben
  • Milch und Wasser leicht erwärmen
  • Hefe und Honig im lauwarmen Milchwasser auflösen und zum Mehl geben
  • 10 Minuten zu einem weichen, glatten Teig kneten
  • mit einem feuchtem Tuch zugedeckt bei Raumtemperatur ca. 1 Stunde aufs Doppelte aufgehen lassen.
  • den Teig in 10 gleiche Portionen teilen
  • zu ca. 3 mm dünnen, länglichen Fladen  auswallen
  • vom kurzen Ende her zu Stangen rollen, dabei mit den Händen etwas nach aussen hin rollen und so verlängern
  • bedecken und weitere 20 Minuten gehen lassen
  • Backofen auf 180° Umluft vorheizen
  • 2 Backbleche mit Backpapier belegen
  • Lauge nach Anleitung vorbereiten - in meine vorgemischte Lösung kann ich die Teiglinge einfach eintauchen. ACHTUNG: Das Zeug ätzt und macht böse Flecken! Vorsicht ist geboten!
  • Stangen einzeln in die Lauge gleiten lassen, einmal wenden und dann vorsichtig mit einem Schaumlöffel heraus heben, gut abtropfen und mit etwas Abstand auf dem Blech platzieren
  • schräg ca. 5mm tief einschneiden
  • mit Käse und/oder Salz bestreuen

Um einen schönen Glanz zu erhalten, sollte recht zügig gearbeitet werden, sobald die Stangen gelaugt sind. Ansonsten könnte die Oberfläche beim Backen stumpf werden, oder Bläschen bekommen. Das tut dem Geschmack zwar nix, aber hey, wenn man es vermeiden kann, warum nicht?

  • Bleche zügig in den Backofen bringen und ca. 14 Minuten dunkelbraun ausbacken
  • auf einem Gitter abkühlen lassen

Jetzt steht dem schwäbischen Genuss nichts mehr im Wege!

Liebe AYNI-Blogger, es war eine schöne Zeit mit tollen Themen. Wie schön, dass hier fast alle nochmal auftauchen. Vielen Dank und liebe Grüße, laßt es Euch gut gehen!

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Kommentare: 11
  • #1

    Martina (Sonntag, 10 Januar 2021 09:34)

    Liebe Simone,
    oh wie ich Laugenkäsestangen liebe! Aber selbst hab ich mich noch nie ran getraut... Deine sehen so lecker aus!
    Liebste Grüße von Martina

  • #2

    Susan (Sonntag, 10 Januar 2021 10:44)

    Liebe Simone,

    ein tolles Rezept ! Ich habe meine Kinder mit den Laugenbrezeln vom Bäcker glücklich und satt zu bekommen, jetzt kann ich punkten mit der selbstgemachten Variante. Sie werden sicher begeistert sein, danke für das tolle Rezept.

    Herzliche Grüße

    Susan

  • #3

    Ina Apple (Sonntag, 10 Januar 2021 16:01)

    Liebe Simone,
    da läuft mir gleich das Wasser im Mund zusammen! Laugenkäsestangen - Kaasstangal, wie wir in Bayern sagen - waren in meiner Kindheit das einzig wahre Frühstücksgebäck! Ich glaube, ich habe mich jahrelang zum Frühstück nur von denen ernährt. Aber sie sind ja auch gut und über dein Rezept freuen sich meine Schwestern, die mittlerweile beide im Ausland leben, vermutlich besonders. Es ist nämlich quasi unmöglich ordentliches Laugengebäck ausserhalb von Bayern aufzutreiben... Also danke und viele liebe Grüße, Ina

  • #4

    Gabi (Sonntag, 10 Januar 2021 17:45)

    Hach, Simone - da müssen wir demnächst halt woanders virtuell gemeinsam kochen ;-) Von deinen Laugenkäsestangen zum Abschied nehm ich aber so drei bis vier!

  • #5

    Sylvia von Brotwein (Sonntag, 10 Januar 2021 20:55)

    Laugengebäck ist einfach klasse. Warum auch immer, ich habe sie noch nie als Käse-Laugenstangen gemacht - dabei schmecken die doch einfach himmlisch.
    Lieben Gruß Sylvia

  • #6

    Ina (Montag, 11 Januar 2021 08:49)

    Die sehen wirklich perfekt aus, liebe Simone und mein Freund würde einen Freudentanz machen, wenn das in meinem Ofen landen würde. Habe es mir gleich gespeichert. :-)
    Lieben Gruß,
    Ina

  • #7

    Kathrina (Montag, 11 Januar 2021 09:35)

    Mit Laugengebäck kriegst du mich eigentlich immer, liebe Simone und dann noch in Verbindung mit Käse. Sehr sehr lecker.

  • #8

    Eva von evchenkocht (Montag, 11 Januar 2021 20:14)

    Hallo liebe Simone,
    jetzt mal ehrlich: Was muss mit einem Menschen schiefgelaufen sein, der diese Stangen nicht liebt?!!! Also ich war schon als Kind verrückt danach und das ist als Erwachsene nicht besser geworden! Weltklasse!
    Liebe Grüße,
    Eva

  • #9

    Diana (Dienstag, 12 Januar 2021 12:32)

    Ich liebe Laugenstangen. Und dann auch noch mit Käse...herrlich!
    LG, Diana

  • #10

    Marie-Louise (Dienstag, 12 Januar 2021 15:48)

    Ich liebe Laugengebäck sehr und habe es trotzdem noch nie selbst probiert, verrückt, oder? Dein Rezept liest sich aber sehr gut und eigentlich müsste ich es jetzt endlich mal ausprobieren... Vielen Dank für die schrittweise Erklärung!

    Liebe Grüße
    Marie-Louise

  • #11

    Volker (Dienstag, 12 Januar 2021 20:30)

    Hallo Simone,

    die Stangen sehen super aus. Da würden meine Kinder auch gerne zugreifen.
    Allerdings sind die Beiden auch der Grund, warum ich auf echte Lauge verzichten und nur die Natron Lauge verwenden würde.

    LG Volker