Butterhörnchen

Weiche, goldene Hörnchen aus Hefeteig, mein Mann nennt sie Gipfeli.

Butterzopf, Butterknoten oder Mitschele, wenn Herr zimtkringel schon mal Brot (im weitesten Sinne, ich weiß) isst, dann bitte fluffig, hell und gerne mit einem erkennbaren Touch Butter.

 

Kein Wunder also, dass sich Variationen davon über die Jahre hier bei zimtkringel gesammelt haben.

 

Ich habe aber auch gar nix dagegen, denn mit Hefeteig arbeite ich sehr gerne.

 

Gut, die letzten Wochen gab es ein kleines Hefeproblem. Wer hätte gedacht, dass das Centprodukt Hefe mal so gesucht sein würde?

Neuerdings findet sich das hefige Goldstückchen aber glücklicherweise wieder häufiger in den Kühlregalen der Republik.

 

Zeit, es würdig zu nutzen!

Wir backen softe, goldene Butterhörnchen.

Für neun Hörnchen:

 

500g Mehl Typ 405 plus wenig mehr zum Arbeiten

20g Frischhefe

65g weiche Butter

180 lauwarme Milch

1 EL Naturjoghurt

1 Ei + 1 Eigelb

35g Zucker

1/2 TL Salz

 

für den Glanz:

1 EL Milch + 2 Eigelb oder 1 Ei (ich hatte noch so viele Eigelbe vom den Pavlovas übrig)

Das schöne am Hefeteig ist ja, dass man herrlich entspannt herangehen kann.

Hier ein Päuschen, da ein wenig Wartezeit und das wird sogar noch belohnt!

Ich war fast geneigt, den Hörnchen einen passenden Namen zu geben. Gechillte Hörnchen? Relaxhörnchen? Ultra-Indoor-Couch-Hörnchen?

Glücklicherweise ist mir gerade noch rechtzeitig eingefallen, dass ich jenseits der 50 bin. 

 

Deshalb heißen sie jetzt Butterhörnchen.

Über die Vornamen mache ich mir später Gedanken. Meinem fortgeschrittenen Alter entsprechend neige ich zu Waltraut, Annemarie, Horst und Dieter.

Und jetzt fangen wir entspannt an:

  • Hefe in ca. 1/3 der lauwarmen Milch auflösen, einen TL vom Zucker zugeben und erst einmal ein Viertelstündchen stehen lassen
  • restliche Zutaten, ausser natürlich denen für den Glanz, dazu geben
  • in der Küchenmaschine erst 5 Minuten auf kleinster Einstellung, dann weitere 5 Minuten auf der nächsthöheren kneten lassen
  • Schüssel mit einem feuchten Tuch bedecken und an einem warmen Plätzchen eine Stunde gehen lassen
  • nach der Teigruhe in 9 gleichgroße Stücke teilen
  • Teigstücke zu Kugeln schleifen, dazu auf nur sehr wenig bis gar nicht bemehlter Fläche mit der flachen Hand und leichtem Druck kreisförmig rollen, bis sich glatte Kugeln ergeben
  • nun die Arbeitsfläche ganz wenig bemehlen und jede Kugel mit der Teigrolle zu einem lang gezogenen Teigoval ausrollen, dabei einmal umdrehen
  • die Ovale ein, zwei Minuten ruhen lassen und dann noch einmal auswellen
  • obere kurze Seite ein wenig breiter ziehen und ca. 1 cm einklappen
  • nun mit der flachen Hand nach unten zu einer Teigroulade rollen, dabei ruhig ein paarmal hin und her rollen um die Rolle zu verbreitern
  • Hörnchen formen und mit etwas Abstand auf zwei mit Backpapier oder Dauerbackfolie belegte Bleche legen
  • mit den in Milch verquirlten Eierdottern ein erstes Mal bestreichen, Rest der Eiermilch kühl stellen
  • Teiglinge locker mit einem Küchentuch bedeckt bei Zimmertemperatur eine Stunde ruhen lassen
  • Backofen auf 170° Umluft vorheizen
  • Hörnchen nach der Ruhezeit noch einmal sorgfältig mit dem Rest der Eierstreiche bepinseln
  • 15 bis 20 Minuten goldbraun backen

Na, was sagt Ihr? Hübsch golden sind sie geworden, gell?

 

Übrigens kann man die Hörnchen auch gut süß füllen, oder, wenn man es etwas rustikaler mag, den Zucker reduzieren und sogar eine pikante Füllung hinein geben.

 

Heinz-Rüdiger ist ein wenig schief gewickelt, Willi hat da (huch, es ist mir fast peinlich) ein Zipfelchen und Anneliese hab ich gleich gegessen.

 

Hey, ich darf meine Butterhörnchen nennen, wie ich will! Und man darf auch jenseits der 50 noch albern sein. Was sag ich, darf? Muss!

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