Zitronenduft im Palmenhaus

Zitrone, Limette, Orange, Grapefruit, Mandarine, Kumquat, Pomelo ...da hört´s bei mir schon auf, wenn ich aufzählen soll, was mir spontan alles zu Zitrusgewächsen einfällt.

Wie vielfältig, interessant und lecker das Themengebiet ist, durften wir uns gestern bei einer Sonderführung hinter die Kulissen der großen Gewächshäuser im zoologisch-botanischen Garten Wilhelma in Stuttgart zeigen lassen.

Wir hatten das große Glück, dass sich Sonja Wegner, Gärnterin im großen Wintergarten der Wilhelma, eigens für uns viel Zeit nahm.

Habt Ihr auch schon versucht, aus Mandarinenkernen eine eigene Plantage zu züchten? Also, wenn man´s kann, dann sieht das so aus!

 

Hier ein Bäumchen der Meyer-Zitrone im Palmenhaus der Wilhelma. Die Meyer-Zitrone ist übrigens eine natürlich entstandene Hybride aus Zitrone und Orange, oder Mandarine, in China beheimatet und mit deutlich saftigerem, nicht ganz so sauren Fruchtfleisch kulinarisch besonders interessant. Wenn ich es mir recht überlege, weiß ich gar nicht mehr, ob es wirklich eine Meyer-Zitrone war. Wenn man in meinem Alter nicht jedes Schildchen mit fotografiert....hach ja. Egal. Weiter unten auf dem über-übernächsten Bild ist es garantiert eine Meyer-Zitrone.

 

Die sehenswerte Sonderausstellung findet übrigens noch bis nach den Osterferien, also fast bis Ende April 2017 statt.

Allein schon wegen des Duftes lohnt es sich!

 

 

Nebenbei bemerkt, im Moment blühen ausserdem die Azaleen und Magnolien in den Glashäusern und im Maurischen Garten. ...ach ja, und das eine oder andere Tier (ca. 11 000 Individuen in 1200 Arten) gibt es auch noch zu sehen.

 

Der mit dem grünen Daumen in unserer Familie sitzt übrigens momentan an einem eigenen, viel journalistischeren Bericht über Zitruspflanzen, den ihr hier findet: Klick!

 

Bei mir geht´s nämlich eher ums Essen. Is klar, oder? Ist ja auch ein Foodblog!

Und bei dem Anblick, gebt es zu, denkt Ihr doch auch eher an den Geschmack, oder?

 

Aber ein paar Tipps habe selbst ich (indianischer Name: Die-die-Pflanzen-tötet) mir merken können:

Zitruspflanzen stehen gerne in der Sonne, aber nicht im Wind. Sie mögen in der Wuchszeit gerne jede Woche Dünger. Um die Pflanzen zu kräftigen kann man die Blüten ausdünnen. Der Knackpunkt zum Überleben ist die Überwinterung, die hell, frostfrei (bei 8 bis 10 Grad) und relativ trocken sein soll. Zitruspflanzen werden veredelt. Und zum guten Schluß: Wenn man Zitruspflanzen kauft, sollte man sie idealerweise von der gekauften Erde komplett befreien und neu in durchlässige Pflanzerde setzen, weil die Baumschulpflanzen meist in lehmhaltiger, schlecht wasserdurchlässiger Erde stecken, die das Gedeihen in Töpfen schwierig macht. Besonders spannend: Zitruspflanzen tragen zeitgleich Blüten und Früchte.

Jetzt aber zurück zu meiner Kernkompetenz, dem Kochen und Essen!

Einige passende Zitrusrezepte findet Ihr ja schon auf zimtkringel: Lemon Posset, Grapefruitbowle, Limetten-Cookies, Limetten-Ingwer-Panacotta und

Mandarinensirup mit Würzmandarinen.

 

Natürlich kommen in den nächsten Tagen noch ein paar neue dazu. Und diesmal dann sogar welche mit echten Wilhelma-Zutaten, denn Frau Wegner war so nett, extra für mich ein wenig zu ernten. Auf dem Bild seht Ihr eine Meyer-Zitrone, eine nicht ganz reife Finger Lime, oder Kaviarlimette und Kaffir Limettenblätter

Mittlerweile kann ich nun natürlich Dank der Wilhelma und Frau Wegner auch ein paar noch exotischere Sorten zuordnen:

Hier seht Ihr eine Pomeranze, auch Bitterorange genannt. In dem Fall eine gestreifte Pomeranze.  Eine Hybride aus Pampelmuse und Mandarine, die wahrscheinlich aus Südchina stammt.

Die Frucht entspricht in etwa der Aufteilung einer Orange, ist aber deutlich saurer und die weiße Schicht unter der Schale und die Häutchen der einzelnen Fruchtsegmente sind bitter. Sowohl Blüten als auch Blätter duften sehr stark und angenehm.

Kennt Ihr die Australische Blood Lime? Sie ist kleiner, als die normale Limette und hat, wie man sieht, eine rote Schale, die übrigens mitgegessen werden kann. Ausserdem ist das Fruchtfleisch rot und deutlich süßer, als bei herkömmlichen Limetten.

Ursprünglich wurde sie in der Hoffnung gezüchtet, salzresistent zu sein. Während sich diese Hoffnung schnell zerschlug, wurde sie auf Grund der Optik in Australien schnell ein Verkaufserfolg und soll in nächster Zeit auch in Europa in den Markt eingeführt werden.

Hier seht Ihr noch einmal eine Finger Lime, diesmal am Strauch, der, wie übrigens viele Zitruspflanzen, Dornen trägt.

Im reifen Zustand kann sie von grün über gelb bis hin zu rostrot sein. Interessanterweise besteht ihr Fruchtfleisch aus lose zusammenhängenden, sehr sauren Fruchtperlen.

Auch sie kommt, wie die Blood Lime, aus Australien.

Und hier noch einmal eine besonders hübsche Zitronenart. Sie trägt die Streifen allerdings nur bis zur Reife. Dann wird sie ganz gelb. Schade eigentlich, wo Längsstreifen doch in diesem Jahr so in sind...

Und zu guter Letzt die Zitronat-Zitrone, oder Cedrat, auf dem Bild unschwer zu erkennen, ganz rechts.

Sie stammt ursprünglich aus Südostasien und wird heute vor allem in Süditalien und Marokko angebaut. Die Frucht kann bis zu 4 kg schwer werden, wobei das Fruchtfleisch selbst den kleinsten Teil einnimmt. Interessant ist - vor allem für Kuchenbäcker - die dicke Schale, die durch Kandieren zu Zitronat verarbeitet wird.

Hups, da fällt mir auf, ich hätte Euch doch fast noch ein Rezept unterschlagen: Ohne Zitronat keine Florentiner!

So, ich hoffe, Ihr hattet ein wenig Spaß an unserem Ausflug in die Wilhelma. Fahrt mal hin, wenn Ihr die Gelegenheit habt. Es lohnt sich immer!

 

Wahrscheinlich trefft Ihr auch ihn oder einen seiner Kumpels. Uns zumindest scheint er bei jedem unserer Besuche zu verfolgen...

 

 

 

Kleiner Nachtrag: Die erste Urlaubswoche war bisher wirklich schön. Unser Ausflug in die Wilhelma war ein kleines Highlight, und deshalb verlinke ich diesen Beitrag zur Blogparade #sonntagsglück der lieben Katrin von Soulsistermeetsfriends.

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